Nachfolge des JeKi-Projekts in Witten noch in der Schwebe

Die JeKi-Kinder der Stadt Witten haben schon manche Veranstaltung – hier der Kulturtag – musikalisch bereichert.
Die JeKi-Kinder der Stadt Witten haben schon manche Veranstaltung – hier der Kulturtag – musikalisch bereichert.
Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Herbst soll „JeKits“ starten: mit Instrumenten, Tanz und Gesang. Alle 17 Wittener Grundschulen wollen teilnehmen. Die Stadt rechnet mit hohen Mehrkosten.

Witten..  Laut Beschluss der Landesregierung wird das auslaufende Projekt JeKi vom Nachfolger JeKits abgelöst (wir berichteten). Damit steht die Stadt Witten vor neuen organisatorischen und finanziellen Hürden. Denn Jekits wird weniger hoch gefördert und wird durch die Einführung von Tanz und Gesang teurer. Mehrere zehntausend Euro sollen die Mehrkosten werden – die genaue Zahl wird gerade erst festgestellt. Denn erst in dieser Woche endete die Anmeldefrist für die Schulen.

Die Projekte, die die Musikalität der Grundschüler fördern sollen, stehen in Witten hoch im Kurs. Alle 17 Wittener Grundschulen haben am alten Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ (JeKi) teilgenommen. 750 i-Dötzchen haben jährlich begonnen. Jetzt steht fest: Alle Schulen möchten auch am ausgeweiteten JeKits („Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“) teilnehmen. Die Grundschulen dürfen dabei selbst einen der drei Schwerpunkt wählen. 13 Grundschulen wollen weiterhin am Instrumentalunterricht teilnehmen. Für Tanz entschieden sich die Gerichtsschule, die Hellwegschule und die Baedeker Schule. Den Schwerpunkt Gesang wählte in Witten nur die Rüdinghauser Grundschule.

Nach den Sommerferien könnte JeKits bereits starten – falls die Politik die Weichen stellt. Denn mit dem neuen Beschluss der Landesregierung sollen künftig die Jugendämter die Verwaltung übernehmen und die Stadtkasse die restlichen Kosten tragen. In Witten jedoch war bislang die Musikschule verantwortlich. Diese jedoch gehört zur Stadttochter Kulturforum, einer Anstalt öffentlichen Rechts.

Gibt es also künftig mehr Zuschüsse aus der Stadtkasse, damit die Musikschule mit ihren Dozenten die Kosten tragen kann? Oder übernimmt das Jugendamt künftig direkt einen Teil der Kosten? Diese Variante würden die Kulturpolitiker von SPD und CDU begrüßen. Auch Musikschulleiter Michael Eckelt gibt zu bedenken, dass andere Kommunen die Verwaltungskosten direkt aus der Stadtkasse begleichen würden. Denn so sähe es auch der Beschluss der Landesregierung vor.

Würde die Musikschule selbst zur Kasse gebeten, bliebe nur die Hoffnung auf zahlreiche Spenden oder die Sorge vor weiteren drastischen Einschnitten im Kulturangebot. Ob JeKits im Herbst tatsächlich eingeführt werden kann, steht bislang also aufgrund der Sparzwänge der Stadt in der Schwebe.

Die Musikschule selbst ist aber bereits vorbereitet: „Wir haben zum Glück auch viele Lehrer, die Gesang, und teilweise auch Tanz im Zweitstudium belegt haben“, sagt Eckelt. „Jetzt ist nur die Frage, ob die Stadt im Sommer den endgültigen Vertrag unterschreiben wird.“