Nach Unfall an Bahnübergang - Schranke soll trotz roter Ampel oben geblieben sein

So soll es sein am Bahnübergang Pferdebachstraße in Witten: Schranke runter, Autos warten, Zug fährt durch.
So soll es sein am Bahnübergang Pferdebachstraße in Witten: Schranke runter, Autos warten, Zug fährt durch.
Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit dem Unfall am Bahnübergang Pferdebachstraße in Witten sind die Menschen besonders aufmerksam. Heiligabend haben sie wieder etwas beobachtet.

Witten.. Wenn es um den Bahnübergang Pferdebachstraße in Witten geht, sind die Wittener Bürger derzeit besonders aufmerksam und registrieren seit dem Unfall jede Unregelmäßigkeit. So fiel Teresa Vizzini an Heiligabend gegen 13.30 Uhr auf, dass die Ampel zwar rot zeigte, die Behelfsschranke aber trotzdem längere Zeit oben gewesen sei und die Autos hinüberfuhren.

Die Besitzerin des gleichnamigen Eiscafés war selbst dort mit dem Wagen unterwegs. Ein Anlieger, der seinen Namen nicht genannt wissen will, bestätigt, dass es an diesem Tag erneut Defekte gegeben haben soll. Als „untragbaren Zustand“ bezeichnet er die Situation.

Keine Aufzeichnungen über Vorfälle

Die erste Nachfrage bei der Pressestelle der Bahn, die über die Feiertage von Berlin aus beantwortet wurde, ergab: Die Betriebszentrale in Duisburg, wo das Logbuch geführt werde, habe keine Aufzeichnungen darüber, dass zum genannten Zeitpunkt etwas vorgefallen sei. Tatsächlich könnten solche Aufzeichnungen, selbst wenn sie vorlägen, von der Duisburger Zentrale aber offenbar nicht am zweiten Weihnachtstag eingesehen werden. Denn, wie ein Sprecher bei erneuter Nachfrage erklärte: „Die Daten können nur einen Tag rückschauend betrachtet werden.“ Weitere Informationen erhalte man am Montag.

Bahnübergang Allerdings versicherte der Pressesprecher in Berlin, das ein bestimmter Ablauf in Gang gesetzt würde, sollte die Technik tatsächlich nicht ordnungsgemäß funktionieren. Der Zugführer erhalte dann ein Signal und nähere sich dem Bahnübergang hupend und so langsam, dass niemand zu Schaden kommen könne.

Anwohner: Stop-Schilder bringen nichts

Trotzdem: „Ein bisschen komisch ist das schon, wenn ich hier rübergehe“, sagt Rainer Schmitz (56), der in der Nähe wohnt, nur mal eben zum Kiosk will und dabei über die Gleise muss. Auch fragt er sich, was die von der Stadt installierten Stop-Schilder bringen sollen. „Die stehen viel zu weit weg, man muss doch eh bis ganz nach vorn fahren, um sehen zu können, ob ein Zug kommt.“

Am zweiten Weihnachtsfeiertag zwischen 11 und 11.30 Uhr jedenfalls funktioniert am Bahnübergang tatsächlich alles reibungslos. Zweimal kommt in dieser Zeit ein Zug. Zweimal verlassen die beiden Bahn-Mitarbeiter ihr warmes Häuschen und bedienen die Behelfsanlage. Die Schranken schließen sich. So soll es sein.