Nach dem Schlaganfall durch Arbeit am Leben teilhaben

Fanden dank „Teilhabe durch Arbeit“ eine Beschäftigung: der Hagener Michael Kwast und die Wittenerin Anne Sajogo (2. von re.), neben ihr ihre Arbeitgeberin Andrea Schröder. Vermittelt wurden Kwast und Sajogo durch Margarete Gryta-Wensing (li., Quabed) und Jutta Bieber (Caritas Hagen).
Fanden dank „Teilhabe durch Arbeit“ eine Beschäftigung: der Hagener Michael Kwast und die Wittenerin Anne Sajogo (2. von re.), neben ihr ihre Arbeitgeberin Andrea Schröder. Vermittelt wurden Kwast und Sajogo durch Margarete Gryta-Wensing (li., Quabed) und Jutta Bieber (Caritas Hagen).
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Michael Kwast und Anne Sajogo waren nach schweren Erkrankungen ohne Arbeitsstellen. Quabed und Caritas haben sie in Beschäftigungen vermittelt.

Witten..  Die „Aktion Mensch“ macht es möglich. Mit der Förderung von sozialen Projekten und Aktionen setzt sie sich für das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ein. Mit Fördergeldern unterstützt „Aktion Mensch“ derzeit in Witten und Hagen das Projekt „Teilhabe durch Arbeit“. Zwei, die davon profitiert haben, sind Michael Kwast und Anne Sajogo.

„Teilhabe durch Arbeit“ möchte Menschen in eine Tätigkeit vermitteln, die zu 100 Prozent erwerbsgemindert sind, aber trotzdem einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen wollen. Michael Kwast erlitt vor fünf Jahren einen Hirninfarkt, ist seither halbseitig gelähmt. Der Diplom-Kaufmann und dreifache Familienvater war vor dem Schlaganfall im Vertrieb einer Firma tätig. Der Betrieb trennte sich von ihm, Kwast zog vor das Arbeitsgericht und erhielt eine Abfindung.

Als Basketballer hat Michael Kwast einst in der Bundesliga gespielt

Der Hagener, der als Basketballer mit dem TuS Iserlohn Kangaroos einst in der Bundesliga spielte, ist ein Kämpfer und kämpfte sich auch nach und nach zurück ins Leben. Erst in den Rollstuhl, heute kann der 48-Jährige mit einem Stock gehen. Kwast erfuhr vom Projekt „Teilhabe durch Arbeit“ und wandte sich an die Hagener Caritas. Sie realisiert das Projekt gemeinsam mit der Quabed Witten und dem Sozialverband Deutschland/Lebenshilfe Witten. Heute arbeitet der Kaufmann bei Bedarf als Dozent für die Caritas – in der außerbetrieblichen Ausbildung junger Menschen.

Die Wittenerin Anne Sajogo (65), die vor Jahren psychisch erkrankte, ist ebenfalls zu 100 Prozent erwerbsunfähig. Die gelernte Arzthelferin, die vor ihrer Erkrankung in der Kinder- und Jugendarbeit tätig war, hilft heute stundenweise der kranken Mutter von Andrea Schröder. Diese und deren Schwester betreuen die Mutter zuhause. Anne Sajogo unterstützt sie dabei als 450-Euro-Kraft dreimal wöchentlich, liest vor, geht mit der alten Dame spazieren, sorgt dafür, dass diese isst und trinkt. „Eine wertvolle Hilfe“, wie Arbeitgeberin Andrea Schröder betont.

Anne Sajogo freut sich immer auf die Besuche. „Denn wir mögen uns.“ Was auch Margarete Gryta-Wensing freut, die bei der Quabed für das Projekt „Teilhabe durch Arbeit“ zuständig ist. Sie berät Menschen, die voll erwerbsgemindert sind, aber am Leben durch Arbeit, „die auch ehrenamtlich sein kann“, teilhaben möchten.

Das Projekt läuft zum Jahresende aus

Hierzu, sagt sie, werde zunächst festgestellt, „was jemand kann, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten er hat“. „Wir können zum Beispiel Praktikumsangebote machen, Stellenvorschläge für eine geringfügige Beschäftigung unterbreiten, in ein Ehrenamt vermitteln.“

Ende des Jahres läuft das Projekt „Teilhabe durch Arbeit“ aus. „Es wäre sehr schade, wenn die aufgebauten Strukturen nicht fortgeführt werden könnten“, betont Gryta-Wensing. Michael Kwast nickt: „Ich habe kein anderes Beratungsangebot für mich gefunden.“