Muttentalfest in Witten: Gut gelaunt gegen den Dauerregen

Osterhäsin Lea Bambullis war ein Lichtblick im trüben Regengrau. Vor allem die jüngsten Besucher des Muttentalfestes freuten sich über ihre süße Gaben.
Osterhäsin Lea Bambullis war ein Lichtblick im trüben Regengrau. Vor allem die jüngsten Besucher des Muttentalfestes freuten sich über ihre süße Gaben.
Foto: Funke Foto Services
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Zum sechsten Mal lud das Stadtmarketing zum bunten Fest für die ganze Familie. Zwar kamen bei Regenwetter wenige Besucher, aber die hatten ihren Spaß

Witten.. Ein buntes Programm sollte am Sonntag die Wittener in die Wiege des Bergbaus locken. Beim Muttentalfest hatte die Stadt groß aufgefahren: Ponyreiten beim Klub für Terrier, Stollenbesuch auf Nachtigall und kostenlose Schwalbefahrten. Trotz Dauerregens trauten sich einige fröhliche Besucher ins Muttental – ohne Schirm ging an diesem Sonntag aber gar nichts.

Mit schweren Hieben schwingt Robert seinen Hammer und haut auf ein Stück glühendes Metall ein. Der Siebenjährige schmiedet am Bethaus ein Messer, Markus Franke (42) und Willy Consten (59) betreuen die Kinder. „Das Schmieden verbindet. Vorhin hat auch eine türkische Oma mit ihrem Enkel ein Hufeisen mit Namen gemacht“, sagt Consten. Im Bethaus sitzt Rolf Moser hinter seinen Lederarbeiten. Der Hobby-Täschner stellt Armbänder und Schlüsselanhänger her. In Ruhe erklärt der 56-Jährige den Gästen, wie man Leder verknotet und Namen eingraviert.

Osterhase verteilt Schokolade

Der Frühling steht vor der Tür – genau die richtige Zeit zum Vogelhäuschen bemalen. Benny (11) und Emma (9) sind mit Mutter Berrit Skopp (44) zum Fest gekommen. „Toll, dass die Stadt das auf die Beine stellt“, sagt Berrit Skopp. Trotzdem haben sich bei nasskaltem Dauerregen nicht viele Besucher ins Muttental verirrt. „Zum Glück kommen immer ein paar mit Gummistiefeln und Schirmen“, sagt Thomas Schmidt vom Stadtmarketing. Nach einem sonnigen Erfolgsfest im letzten Jahr scheint der Kampf gegen die diesjährigen Fluten umso bitterer. „Das ist wirklich traurig, auch weil es dieses Jahr noch mal größer werden sollte“, so der 45-jährige Organisator.

Entlang des Weges schleppt sich ein Osterhase durch den Regen. Lea Bambullis (16) verteilt Schokolade an die Kinder. „Langsam wird das Kostüm schwer“, sagt sie bedröppelt. Doch die Kinder interessiert das nicht – bei Schokohasen sind Regen und Kälte schnell vergessen.

Seemann singt bekannt Shantys

„Wir sind extra aus Hennef gekommen“, sagt Norbert Schierl (45). Er packte „einen Teil seiner Kinder“ – in diesem Fall fünf an der Zahl – ins Auto und los ging der Familienausflug nach Witten. Vom Fest haben sie über die Ruhrtop-Card, ein Touristenangebot für die Metropole Ruhr, erfahren. Ein „Kumpel“ führte die Familie bereits durchs Muttental. „Wir durften sogar selbst an der Kurbel eines Förderkorbes drehen“, freut sich Tochter Kira (13).

Beim Zechenhaus Herberholz spielt eine Drehorgel. „What shall we do with the drunken sailor“, singt ein Seemann den bekannten Shanty. Im Zelt sitzen zehn Senioren und schunkeln mit, dazu gibt es etwas zwischen die Zähne: „Hauptsache, die Currywurst schmeckt“, sagt Hans Jürgen Ludwig (69).

Tuckernd fährt die kleine Bimmelbahn vor, die die einzelnen Stationen miteinander verbindet. Mit einem Herz-Luftballon steigt Antonia (5) aus. Oma Hannelore und Opa Manfred Bremen kämpfen mit Schirmen gegen die Wassertropfen an. Von schlechter Laune keine Spur: „Das ist hier alles sehr schön durchdacht und geplant“, lobt Hannelore Bremen. Die drei haben schon einen Rundgang zur Bergbaugeschichte auf dem Gelände der Zeche Nachtigall hinter sich. Manfred Bremen findet: „Der Ausflug ins Muttental hat sich auf jeden Fall gelohnt!“