„Mut zu Kandidatur wird belohnt“

Foto: Walter Fischer

Fünf Tage, bis Freitag, bleiben der SPD noch, um im parteiinternen Wettstreit Kandidaten für die Bürgermeisterwahl zu benennen. Die Ankündigung von Sonja Leidemann, für eine dritte Amtszeit anzutreten, hat ein breites Echo ausgelöst, auch im Online-Portal unserer Zeitung. Es gibt Beifall, aber auch Kritik.

„Gut so! Sie ist beliebter als ihre Partei! Sie hat Erfahrung!“ So kommentiert „bootsmann1848“ auf waz.de/witten den Schritt der 54-Jährigen. Der Leser fragt, warum man ein Risiko mit anderen Kandidaten eingehen sollte. Die amtierende Bürgermeisterin sei eine „gute Wittener Konstante – ich hoffe auf breite Unterstützung“.

Angesichts der Finanznot und Sparzwänge sei es doch „beinahe wurstpiepe, wer es macht“, erklärt „WittenerWorte“. „Hauptsache, der oder die macht es und arbeitet. Das kann man unserer Bürgermeisterin ja nun wirklich nicht vorwerfen, es nicht zu tun.“

Ganz anderer Meinung ist „ro-fisch“. Er wünscht sich den Ersten Beigeordneten Frank Schweppe als Spitzenkandidaten der SPD um das Bürgermeisteramt. Sonja Leidemann verbaue diesem „guten Kandidaten, der sich leider noch nicht endgültig entscheiden konnte“, den Weg. Weiter heißt es: „Es bleibt nur zu hoffen, dass die anderen Parteien sich endlich mal für eine gemeinsame Person entscheiden, die die Stadt nicht nur mit leeren Worten nach vorne bringt.“

„Wir haben gute Kandidaten in Witten? Wer soll das sein?“ fragt „gnumpf 21“ kritisch. Er sehe nur, „dass die Parteien eine Marionette suchen. Gut heißt für mich, auch mal über den Partei-Tellerrand zu schauen Und zu handeln“.

„Kennerlein“ könnte sich gut mit einer Kandidatur aus dem Amt heraus anfreunden, die der amtierenden Bürgermeisterin unabhängig von der Nominierung durch eine Partei offen steht. „Noch haben wir sechs lange Ratsjahre vor uns. Wer weiß, was da noch so alles passiert.“ Eine Kandidatur aus dem Amt heraus „hätte einen gewissen Reiz“, meint Kennerlein.

Breche die Große Koalition auseinander, so dieser Leser, „kann es ein großer Vorteil sein, wenn man die Opposition hinter sich weiß. Das ist stabiler, als der SPD zu vertrauen. Egal welcher Ortsverein hinter ihr steht, keiner hat nach außen zu ihr gehalten, als die öffentliche Demontage begann“.

„Mitgliederentscheid kommt nicht“

Mit den Worten „na endlich“ kommentiert „Peter.Pass“ die Ankündigung Leidemanns, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. „Und dann auch noch ´nen Mitgliederentscheid einzufordern, von dem sie ja weiß, dass er nie zustande kommen wird. Hochachtung!“ Wirtschaftsförderer Klaus Völkel, der überraschend kandidieren wollte, seine Bewerbung inzwischen aber wieder zurückgezogen hat, wäre nach Meinung von Pass „eh abgesemmelt worden“. Weiter schreibt er: „Bleibt halt noch Herr Schweppe. Schweppe? War das nicht der, der 2013 bei einem Redaktionsbesuch in eben dieser Redaktion sagte, dass er nie in Witten Bürgermeister werden wollte? Oder war´s doch nur Adenauer, den sein Geschwätz von gestern heut nicht mehr interessierte?“

Wenn Leidemann von der SPD nicht nominiert werden sollte, würde sich Peter.Pass „ihr und auch mir den Mut wünschen, dass sie´s aus sich heraus wagt. Dieser Mut wird belohnt werden!“