Muslime beten für die Opfer von Paris

In einer Erklärung hat der Gesprächskreis „Christen und Muslime“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken „aufs Schärfste die unfassbaren Gräueltaten, die von terroristischen Gruppierungen im Namen des Islam“ begangen werden, verurteilt. In Witten schlossen Muslime die Opfer der Pariser Anschläge in ihr Freitagsgebet mit ein.

„Das Schlimme ist, dass so was schnell auf die Gesamtheit des Islams übertragen wird“, sagt Armin Suceska, Sprecher der Bosnischen Gemeinde in Witten.

Die Morde „haben nichts mit dem Islam zu tun“, betont auch Alsan Veysel, Vorsitzender der Sultan Ahmet Moschee in der Wideystraße. Auch er distanziert sich von den Pariser Bluttaten. Aber warum sich öffentlich distanzieren? „Das ist eine Frage, die momentan in vielen Foren diskutiert wird“, hat Armin Suceska festgestellt. Ihn beschäftigt es, dass auch Wittener Muslime in diesen Tagen immer wieder auf Terroranschläge angesprochen werden. „Ich persönlich finde: Nein, ich muss mich nicht extra distanzieren.“ Schließlich verlange er von Christen auch nicht, dass sie sich von fanatischen Anschlägen „im Namen der Bibel“ zu distanzieren hätten, sagt Suceska. Dass viele Moscheen und Geistliche dennoch Stellung beziehen, kann er aber nachvollziehen: „Wenn man sich nicht distanziert, wird das leider als Zustimmung gewertet.“