Mühlengraben: Neue Brücke erst Ende 2017 fertig

Lastwagen über 7,5 Tonnen dürfen über die marode Brücke seit über einem Jahr nicht mehr fahren.
Lastwagen über 7,5 Tonnen dürfen über die marode Brücke seit über einem Jahr nicht mehr fahren.
Foto: WAZ

Witten..  Der Neubau der maroden Brücke über den Mühlengraben verzögert sich. Hiermit kann erst frühestens Ende dieses Jahres begonnen werden, teilte der Landesbetrieb Straßen NRW auf Anfrage mit – also etwa ein Jahr später als geplant. CDU und SPD sind verärgert.

Da der Neubau zwei Jahre dauern wird, ist die neue Brücke erst frühestens Ende 2017 fertig. Sie befindet sich am vorderen Fahrbahnstück, wenn man links aus Bommern auf den Ruhrdeich einbiegt. Für Brummifahrer bedeutet die Verzögerung: Sie werden noch knapp drei Jahre lang weite Umwege fahren müssen. Betroffen sind insbesondere etliche Laster, die täglich die Edelstahlwerke in der Gasstraße anfahren – teils mit 20 Tonnen oder mehr im „Gepäck“.

Standards werden nicht mehr erfüllt

Dass das 1926 erstellte Bauwerk neu gebaut werden muss, weil es nicht mehr aktuellen Standards entspricht, war im Oktober festgestellt worden. Daraufhin wurde der Ruhrdeich zwischen Kreisel Herbeder Straße und Ruhrstraße für Lastwagen über 7,5 Tonnen gesperrt. Laut Straßen NRW kann sonst keine Garantie dafür gegeben werden, dass die Brücke hält. Der damalige Zeitplan sah vor, nach einem Jahr – also eigentlich schon gegen Ende 2014 – mit dem Abriss und dem Neubau zu beginnen. Daraus wird nun nichts.

Die Planungen ständen zwar vor dem Abschluss, erklärt Thomas Raithel, der zuständige Projektleiter von Straßen NRW. Das Gehölz um die Brücke herum, das vor einem Abriss noch entfernt werden müsse, könne aus Naturschutzgründen aber nur zwischen Oktober und Februar geschnitten werden. Da dies im Januar und Februar nichts mehr wird, da die Planungen noch laufen, kann damit erst ab Oktober begonnen werden.

„Kein Zustand über Jahre“

Bei dem Abriss handelt es sich um einen Teilabriss. Die Fahrbahn wird während des Neubaus schmaler. „Der normale Verkehr kann aber weiter laufen – beidseitig“, betont Thomas Raithel. Nur an einigen Tagen am Wochenende könne es zu einer Vollsperrung kommen. Ein Komplettabriss komme nicht infrage. „Die Verkehrsbelastung ist durch den Knotenpunkt dort zu groß.“ Nachteil des Abrisses „Stück für Stück“: Der Neubau dauert entsprechend länger.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Martin Kuhn (SPD), wundert sich, dass Genehmigungen offenbar nicht früher eingeholt wurden. „Es ist ärgerlich, dass sich die Planungen verzögern.“ Der veränderte Zeitplan bedeute für Logistiker große Unannehmlichkeiten. CDU-Sprecher Tobias Grunwald befürchtet, dass Lastwagen weiter „wild durchs Stadtgebiet“ fahren müssen. „Das Vorhaben muss zügig über die Bühne gehen. Das ist kein Zustand über mehrere Jahre.“