Moscheebrand in Witten - Polizei ist möglichem Täter auf der Spur

Mann mit rotem Kanister: Der Verdächtige auf dem ersten Fahndungsbild der Polizei.
Mann mit rotem Kanister: Der Verdächtige auf dem ersten Fahndungsbild der Polizei.
Foto: Polizei
Was wir bereits wissen
Die Polizei veröffentlicht ein Foto von dem mutmaßlichem Brandstifter, der in einer Moschee in Witten Feuer gelegt hatte. Der Verdächtige tankte kurz vor Tat einen roten Kanister an einer Aral-Tankstelle voll. Ein roter Kanister wurde auch bei dem Anschlag benutzt.

Witten.. Drei Tage nach dem Anschlag auf die Sultan Ahmet Moschee in der Wideystraße in Wittenscheint die Polizei dem Brandstifter dicht auf den Fersen zu sein. Am Donnerstagmittag veröffentlichen die Ermittler ein Foto des mutmaßlichen Täters.

Anschlag Der Mann – anscheinend südländischer Typ, laut Polizei 25 bis 30 Jahre alt, mit kurzen, dunklen Haaren – wurde am Montagmorgen gegen 23.20 Uhr von einer Überwachungskamera der Aral-Tankstelle Sprockhöveler Straße aufgenommen, also etwa eine halbe Stunde vor dem Brandanschlag und unweit der türkischen Gemeinde. Er sei „mit hoher Wahrscheinlichkeit der mutmaßliche Brandstifter“, erklärte Polizeisprecher Axel Pütter.

Bekleidung, Statur, Kanister – alles deutet auf Täter hin

Was die Ermittler so sicher macht: Nicht nur Bekleidung und Statur stimmen mit dem Mann überein, der von Kameras in der Moschee aufgezeichnet worden war. Er füllt an der Tankstelle einen Kanister mit etwa fünf Litern Super – einen roten Kanister, so wie er in dem Gebetsraum eingesetzt worden war.

Nachdem der Täter durch den Waschraum eindrang, verteilte er mit dem Kanister eine entflammbare Flüssigkeit, zündete den 15.000 Euro teuren (Brandschutz-)Gebetsteppich an, der zum Glück schnell erlosch. Es hätte zur Tragödie kommen können: In dem Haus leben drei Familien. Der Tatverdächtige, der wohl nicht der Gemeinde angehört, trägt einen dunklen Kurzmantel, blaue Jeans und Turnschuhe.

Am Donnerstag war die Polizei rund um die Tankstelle, die Wideystraße und die Nordstraße unterwegs und zeigte Anwohnern die Fahndungsfotos. In der Nordstraße deshalb, weil die Ermittler einen Zusammenhang mit dem Brand am Haus der Jugend vermuten, der sich dort am Montag gegen 22.40 Uhr ereignete – also 40 Minuten vor dem Tankstellenbesuch des Mannes auf d em Foto. Gegen 23.50 Uhr wurde das Feuer in der Moschee gelegt.

Gemeinde: Nicht unser Mitglied

Auf die Spur des mutmaßlichen Täters kam die Polizei, weil der Mann an der Tankstelle nicht zahlte. Daraufhin wurden Ermittlungen aufgenommen, die Ähnlichkeiten zum Moscheefall fielen auf. Die Ermittler glauben, den Mann bald finden zu können. Pütter: „Wenn man die Person kennt, müsste man ihn erkennen.“ Bei der Sultan Ahmet Moschee ist er unbekannt.

Veysel Arslan (53), der Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde, ist sich aber sicher: „Das ist zu 100 Prozent der Täter.“ Es sei der Mann auf dem Überwachungsbild der Moschee. Auch die Jacke sei dieselbe. Vorstandmitglied Levent Celik (41) zeigt auf die Schuhe auf dem Tankstellen-Bild: „Das ist Asics, dieselbe Marke. Das ist er.“

Persönlich kennt den mutmaßlichen Brandstifter aber keiner. „Aus unserer Gemeinde ist er nicht“, weiß Veysel Arslan. Überhaupt: Dass jemand ihrer Gemeinde etwas Böses will, können sich die Mitglieder nicht vorstellen. Feinde hätten sie keine, würden mit allen freundschaftlich zusammenarbeiten. „Wenn unsere Mitglieder sauer sind“, sagt Levent Celik, „dann kommen sie höchstens mal ein paar Wochen nicht zum Beten.“