Moratorium für Gerberviertel auf der Kippe
21.10.2011 | 19:04 Uhr 2011-10-21T19:04:00+0200
Witten.Jetzt gibt es auch in der CDU Bestrebungen, das Moratorium für das Gerberviertel in Herbede zu kippen. Auch die SPD vor Ort möchte - wie berichtet - den Baustopp aufheben.
Das Thema soll vielleicht schon in der nächsten Ratssitzung auf die Tagesordnung kommen.
Im August hatten bereits die beiden SPD-Ortsverbände mobil gemacht: 754 Passanten wurden von ihren Mitgliedern nach Einkaufsverhalten, Mobilität und Wünschen befragt. Ergebnis, so Dieter Müller, Vormholzer Ortsvereins-Vorstandsmitglied und SPD-Kreistagsabgeordneter: „Wir würden das Moratorium gerne aufheben.“ Das Moratorium besagt grob, dass das Gerberviertel so lange nicht für den Einzelhandel erschlossen werden darf, wie es die drei großen Lebensmittelversorger rund um die Meesmannstraße gibt.
Sollte die SPD einen diesbezüglichen Antrag im Rat stellen, kommt unerwarteter Beistand von der Union. „Ich finde es richtig, dass die SPD die Bevölkerung befragt hat, und habe vom Ortsverband den Auftrag, in der Fraktion für die Unterstützung eines solchen Antrags zu werben“, sagt die Herbeder CDU-Ortsverbandsvorsitzende Claudia Gah, die gleichzeitig Fraktionsgeschäftsführerin ist. Im Regelfall ist es so, dass eine Partei der Sachkompetenz ihres Ortsverbands vertraut.
Denn der Ortsverband der Union hat sich das Einzelhandelsgutachten, das vom Dortmunder Institut „Stadt + Handel“ erstellt wurde, genau durchgelesen und zahlreiche Schwachpunkte darin entdeckt. So beklagt Claudia Gah, dass nur ein Prozent der Herbeder Bevölkerung befragt worden sei: „Das ist nicht repräsentativ.“
„Für eine seriöse Umfrage nicht zulässig“
Hans Brocke, Mitglied des CDU-Ortsverbands-Vorstands: „60 Prozent der Befragten gehen keiner Beschäftigung nach. Diese starke Fokussierung auf eine Personengruppe, die sicherlich einen hohen Anteil von Hartz-IV-Empfängern umfasst, ist meines Erachtens für eine seriöse Umfrage nicht zulässig. Denn das sind Menschen mit nur geringer Kaufkraft. Man hätte sich stärker bemühen müssen, die ganze Struktur der Gesellschaft abzubilden.“
Claudia Gah kritisiert auch den Zeitpunkt der Erhebung: „Im Februar gab es noch nicht die vielen Leerstände, Schlecker war auch noch da.“ Auch sei die Studie, so Brocke, nicht auf Sprockhövel oder Blankenstein ausgedehnt worden, „die Attraktivität von Herbede reicht bis nach Stiepel“. Hinzu kämen Ungereimtheiten. Gah: „Ein hoher Prozentsatz arbeitet nicht - dennoch wird gefragt, ob man auf dem Weg zur Arbeit einkauft. Und in Buchholz wird gefragt, ob man in Heven einkaufen geht.“
Außerdem, so Gah, empfinde die Werbegemeinschaft die einstige Schutzfunktion des Moratoriums für den Einzelhandel inzwischen eher als Hemmschuh - auch, weil sich die Situation vor Ort durch das neue Ärztehaus und den kommenden Kreisverkehr verändere: „Die Werbegemeinschaft hat die Bürgermeisterin gebeten, das Moratorium durch den Rat aufheben zu lassen. Sie wünscht sich einen Lebensmittel-Vollsortimenter im Gerberviertel.“
Hohes Interesse daran hat vor allem der Edeka-Supermarkt Grütter von der Meesmannstraße, der gerne und vor allem größer auf die andere Seite der Wittener Straße ziehen würde. Einen Leerstand, so Gah, würde es an der Meesmannstraße deshalb nicht geben: „Rossmann würde gerne die Ladenfläche übernehmen, und für die jetzigen Rossmann-Räumlichkeiten gibt es ebenfalls Interessenten.“
15:57
#7
Wieso muss das gegen jede Kritik erhaben sein.
Jedes Gutachten und jede Statistik beeinflusse ich so wie ich es will. Durch Auswahl von Fragen und Personen kann ich das locker beeinflussen.Außerdem glaube ich auch nicht, dass die Umfragen representativ waren.Demokratie ist wenn die Mehrheit dafür ist und die Mehrheit war das bestimmt nicht.
Ich halte Ihre Äußerungen schon für heftig, solche Unterstellungen dürften hier eigentlich nicht stehen. Siehe auch Urteil zu Defamierungen im Internet.
11:22
Sind denn jetzt alle Parteien geschmiert oder verfolgen Ratsmitglieder und Ortsverbandsvorsitzende nur noch ihre eigenen Interessen und missbrauchen somit ihren politischen Auftrag??? Es ist unerhört, was sich in Herbe zurzeit auf der lokalpolitischen Ebene abspielt. Es gibt Bürgerbegehren, ein Moratorium und nun ein Gutachten, das über jede Kritik erhaben sein sollte und wie reagieren die verantwortlichen Politiker auf diese mehrheitlichen Meinungsäußerungen? Mit Ignoranz und nach der Devise: Dummdreist kommt weiter. Eine schlechte Schmierentragödie! Die Bürgermeisterin sollte endlich mal Farbe bekennen und ihre Meinung zu dieser Entwicklung abgeben, auch wenn sie an ihrer Zurückhaltung bereits gut erkennbar ist. Bekommen Leidemann, Gah und ihre eifrigen und willfährigen Schergen Lebensmittelgutscheine oder einen kostenlosen Bringservice bei Edeka, wenn sie dieses Bauvorhaben gegen jeden Widerstand durchdrücken? Wann sind die nächsten Wahlen? Hoffentlich erinnern sich dann noch viele an dieses Meisterstück in Sachen Demokratie und Bürgernähe, spätestens beim Anblick des in DDR-Plattenbau-Optik errichteten LM-Marktes.
Ich finde das frech und hart an der Grenze der Legalität und schließe diesen Kommentar frei nach Max Liebermann: „Ach, wissen Se, ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte“
10:35
Da nun selbst die Werbegemeinschaft einen Supermarkt im Gerberviertel möchte, sollte das Moratorium beendet werden und eine Ausschreibung erstellt werden. Verkaufe Grunstück für die Erstellung eines Lebensmittelversorgers. Diese Ausschreibung darf eigentlich nur an Rewe,Edeka oder Kaufland gehen. Abriss, Erschließung inklusive Straßenbau sollte vom Käufer durchgeführt werden.
Auflage muss sein, dass die Parkplätze auch für Einkäufe im Dorf genutz werden können. Das sollte alles sehr schnell erfolgen, damit das bis Ende 2012 fertig ist. Wir können in Herbede nicht noch mehr Zeit verlieren, durch Verhinderer die es gerade mal schick finden, dagegen zu sein. Ach ja, der Kreisverkehr muss dann alerdings ebenfalls schnell kommen.
Dann kann man über die Vorschläge von psa nachdenken. Allerdings sollten alle sich darüber im Klaren sein, dass nur die Eigentümer der Immobilien entscheiden was für Geschäfte usw dort entstehen. Die müssen investieren und auch daran interessiert sein, dass es in Herbede weiter geht.
Wenn die aber nur Kohle machen möchten, was ich legetim finde, geht das in die Hose. dann haben wir nur 1 € Geschäfte und Spielhöllen hier.
Da liegt dann die Aufgabe, wie bringe ich die unter einen Hut und wer macht das. Da fehlt momentan ein unabhängiger Moderator und Motivator der alle in ein Boot setzt.Den habe ich noch nicht gesehen.
19:53
Tja, es werden so lange neue Gutachten angefordert - (Wer zahlt die eigentlich? Ich hoffe, nicht die Steuerzahler, weder mittel- noch unmittelbar.) - bis das gewünschte Ergebnis endlich schwarz auf weiß vorliegt.
09:53
...vor allem mehr Parkplätze für die Meesmannstrasse.....viele weichen doch aus, weil sie keinen nahen Parkplatz finden!
19:48
Schlimm ist die alleinige Fokussierung darauf den neuen Edeka durchzudrücken. Darüber würde keiner streiten, gäbe es ein vielversprechendes Konzept - und damit meine ich handfest Interessenten - für die Ladenlokale an der Meesmannstrasse.
Statt sich in Kleinkriegen um den neuen Edeka zu verzetteln, sollten diese Energien bei allen Parteien und Interessenverbänden dafür genutzt werden ein neues Konzept für Herbede zu entwickeln. Und sei es die Umwandlung von Ladenlokalen in ebenerdige Altenwohnungen, ein Outletcenter, wohnortnahe Erholung, ein Spezialitätendorf mit Abendversand in die nähere Region, eine Ü50 Boutiquemeile, eine Komplettverpachtung der Innenstadt an an einen Projektentwickler, ein Kneipendorf mit regelmäßigen Sammeltaxis Richtung Stiepel, Bommern oder in die Herbeder Berge oder oder oder.
19:25
Es existiert in Herbede Feinkost-Albrecht und der Nachfolger der kleinen Preise. Herbede kann alles gebrauchen - aber keinen Lidl. Dieses Geschäft meide ich wie der Teufel das Weihwasser. Ich bin für den Ausbau / Umzug von Edeka. zB der Edeka in Heven gefällt mir - so etwas möchte ich in Herbede ebenfalls.
19:19
Ich will keinen edeka, mir wäre Lidl lieber. So bleibt alles beim alten und ich fahr in die Stadt.