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Möhren statt Mathe

18.03.2010 | 14:57 Uhr
Möhren statt Mathe

Witten.Im Klassenraum der 2 b ist ein kleines Buffet aufgebaut: mit viel Obst und Gemüse, mit Schwarzbrot, Käse und Wurst. Alles in mundgerechten Häppchen, die die Kinder auf Schaschlikspieße piksen. Nicht jede Lieblingsvariante ist im Sinne des Gesundheitstages, den die Erlenschule an diesem Donnerstag veranstaltet.

„Ich mag besonders den Käse, denn ich bin eine Maus“, verkündet Natascha (8). Auch Dennis hat sich seinen Spieß nur mit Käse und Wurst vollgepackt. Doch halt – auf dem Brettchen vor ihm türmen sich Obst- und Gemüsestücke. „Und ich esse alles auf, was da drauf liegt“, sagt der Siebenjährige. Auch die anderen schlagen ordentlich zu. Kein Wunder: Vor dem gesunden Frühstück, das es heute in unterschiedlicher Form in allen Klassen gibt, hatte die 2 b Schwimmen – und das macht hungrig.

Vier Schulstunden lang dreht sich alles um die Gesundheit. Zum vierten Mal gibt es solch einen besonderen Tag. Doch beim Gesundheitsprogramm „Klasse 2000“ macht die Annener Grundschule bereits seit acht Jahren mit. Das bedeutet: „Im ersten Schuljahr beginnt es mit gesunder Ernährung. Im zweiten Schuljahr lernen die Kinder den Körper kennen, im dritten den Umgang mit anderen Menschen und in der vierten Klasse geht es um Prävention in Sachen Alkohol und Zigaretten“, erklärt Schulleiter Uwe Tutas. Im fünften Jahr dann gewann die Schule einen Preis – und richtete zur Belohnung den Gesundheitstag ein.

„Sport machen wir hier ohnehin ganz viel“, so Tutas. Was ein bisschen zu kurz komme, sei die Entspannung. Die steht deshalb heute bei den dritten und vierten Klassen im Mittelpunkt. Die einen testen autogenes Training, die anderen versuchen’s mit Yoga, wie zum Beispiel die 3 b.

Gerade sind die Schüler mit Klassenlehrerin Nina Seidenkranz ‘rüber in den Bewegungsraum des Kindergartens marschiert. Hier begrüßt Yoga-Lehrerin Henrika Zude die quirlige Truppe auf ihre Art: Hände zusammenlegen, vors Brustbein halten und dann verbeugen. „Das heißt: Ich respektiere dich“, sagt Zude. Und alle machen’s nach. Ohne Schuhe hocken die Kinder im Schneidersitz auf dem Boden. So einen Kurs hat noch keiner von ihnen gemacht, stellt sich heraus. Doch sie probieren all die „komischen Dinge“, wie Henrika Zude die Regeln und Übungen nennt, aus.

Zum Beispiel den Stocksitz, eine Yoga-Grundhaltung. Viele stöhnen, nicht jedem Kind fällt es leicht, dabei Rücken und Beine gerade zu halten. Yoga ist anstrengend. Aber entspannend? Eine Übung wird Nina Seidenkranz sich sicher merken: durch die Nase ein- und ausatmen – so leise, dass man den eigenen Atem nicht mehr hören kann. Schlagartig ist es wunderbar mäuschenstill im Raum.

Annette Kreikenbohm

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