Mit Zirkus Sprachbarrieren überwinden

Ein unvergessliches Erlebnis – für alle: Susanne Fuchs von der DJK Blau-Weiß Annen lud Flüchtlingsfamilien zum Bewegungswochenende ein.
Ein unvergessliches Erlebnis – für alle: Susanne Fuchs von der DJK Blau-Weiß Annen lud Flüchtlingsfamilien zum Bewegungswochenende ein.
Foto: DJK
Susanne Fuchs von der DJK Blau-Weiß Annen verbrachte ein bewegtes Wochenende mit zwei Wittener Flüchtlingsfamilien.

Witten..  Das war ein sehr bewegendes Wochenende für Susanne Fuchs von der DJK Blau-Weiß Annen in der DJK Sportschule in Münster. Von Freitag bis Sonntag machte sie sich auf eine abenteuerliche Reise mit ihren Gästen aus Georgien, Serbien und Armenien. Die DJK bot ein Bewegungswochenende mit Kindern.

Susanne Fuchs nutzte dieses Angebot, um Flüchtlingsfamilien mit ihren Kindern zu dieser gemeinsamen Aktivität einzuladen. Ein Förderprogramm des Landessportbundes „Sport & Flüchtlinge“ brachte sie auf die Idee. „Natürlich mache ich als Sportverein meine Türen auf, für jeden, der bei uns Sport treiben möchte – das ist selbstverständlich. Aber ich wollte was Besonderes, eine gemeinsame Aktion, die mich im wahrsten Sinne des Wortes bewegt.“

Das Bewegungswochenende in der Sportschule war dafür genau der richtige Rahmen. Gemeinsam den ganzen Tag zusammen sein, Sport treiben, in Bewegung sein, miteinander die Mahlzeiten einnehmen, abends nett zusammen sitzen, zusammen singen und mit den Kindern spielen und toben. „Erlebnisse, die wir alle so schnell nicht vergessen werden“, so Fuchs, die kaum glauben konnte, dass ihr Angebot, mit auf Reisen zu gehen, angenommen wurde.

Umso mehr hat sie sich gefreut, als Michael Raddatz von der Caritas auf Nachfrage des Sozialdezernenten Frank Schweppe zwei Familien vorschlug, die sich besonders verdient gemacht hatten. Beide Väter helfen Hausmeistern in Wohnunterkünften. Beim ersten Kennenlernen brach auch sofort das Eis. „Ich hatte sofort einen Draht zu allen,“ schildert Fuchs ihren ersten Kontakt. Für die Kinder Lasha (6), Djevaira (6) und Selma (4J) und für ihre Eltern war es ein unvergessliches Erlebnis. Der Höhepunkt war eine gemeinsame Zirkusvorstellung am Samstagabend. Die Sporthalle, in der die Kinder nachts in Zelten schlafen durften, verwandelte sich tagsüber in eine große Abenteuer- und Bewegungslandschaft. Hier wurde getobt, getanzt, um die Wette gelaufen und natürlich auch ernsthaft für die spannende Aufführung geübt. Lasha, Selma und Djevaira – alle hatten auf der Bühne ihren großen Auftritt mit Clownerie und Akrobatik und konnten anschließend stolz in ihre Betten fallen. „Wenn Integration funktionieren kann, dann genau so“, ist Susanne Fuchs überzeugt.

Sie freut sich schon auf ein Wiedersehen mit den Familien und auf eine gemeinsame Partie Cross Boccia, auf einen Besuch in ihren eigenen Sportgruppen beim Nordic Walking oder bei Aerobic oder auch auf einen gemeinsamen Besuch beim Ringen des KSV.

Dieses Angebot hat ihr nämlich bereits vor der Abreise Detlef Englich gemacht, der diese Idee sehr unterstützt. Weiß er doch, wo er seinen Nachwuchs rekrutieren kann. Eine Wiederholung soll es auf jeden Fall geben.