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Mit Traumnoten Richtung Abi

28.08.2008 | 13:54 Uhr
Mit Traumnoten Richtung Abi

Erfreut sind sie nicht gerade, die Schulleiter der Gesamtschulen, über die Kritik von Schulministerin Sommer. Abiturienten an Gesamtschulen müssten deutlich bessere Abschlüsse einfahren, sogar von „Zwei-Klassen-Abitur” war die Rede. Erfreut sind sie nicht, weil es auch bei ihnen Glanzleistungen gibt

So wie die von Lisa Nagel (16) von der Hardenstein-Gesamtschule. Sie hat die 10 mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen und nimmt jetzt Kurs aufs Zentralabi.

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"Wir machen hier gute Arbeit"

Eigentlich müsste sich Erwin Eßmann, Leiter der Hardenstein-Gesamtschule, von der Kritik von Schulministerin Sommer nicht angesprochen fühlen, sagt er. Denn der Abi-Durchschnitt an seiner Schule sei besser als der NRW-Durchschnitt. Doch es ärgert ihn, dass Sommers Kritik seine Lehrer demotiviert.

„Es macht nicht glücklich, wenn die Arbeit nicht anerkannt wird”, so Eßmann. Viele seien gestern mit langen Gesichter durchs Lehrerzimer gelaufen.  Natürlich gebe es auch  Baustellen, „aber wir machen hier gute Arbeit.”

 Auch Dietmar Kurz, Leiter der Holzkamp-Gesamtschule, ärgert sich über die Auswirkungen von Sommers Kritik: „Viele Lehrer waren gestern traurig, andere hatten die Faust in der Tasche.” Dass Gesamtschulen beim Abi nicht so gut abschneiden wie Gymnasien, sei klar, weil an Gesamtschulen der Migrantenanteil viel höher sei. Bei vielen Kindern werde zu Hause gar kein Deutsch gesprochen.

 Lisa ist eine, die weiß, was sie will. Als ihre Familie nach Gevelsberg umgezogen ist, hätte sie nach der 10 aufs dortige Gymnasium wechseln können. Ist sie aber nicht. „Ich bin jemand, der seine vertraute Umgebung braucht”, sagt sie. Außerdem gefallen ihr das Konzept Gesamtschule. „Da muss man sich noch nicht so früh entscheiden, in welche Richtung man geht. Die Kurse sind kleiner als in dem Gymnasium, dass ich mir angeschaut habe, und hier war es von Anfang an alles so persönlich”, so die 16-Jährige.

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"Wir machen hier gute Arbeit"

Eigentlich müsste sich Erwin Eßmann, Leiter der Hardenstein-Gesamtschule, von der Kritik von Schulministerin Sommer nicht angesprochen fühlen, sagt er. Denn der Abi-Durchschnitt an seiner Schule sei besser als der NRW-Durchschnitt. Doch es ärgert ihn, dass Sommers Kritik seine Lehrer demotiviert.

„Es macht nicht glücklich, wenn die Arbeit nicht anerkannt wird”, so Eßmann. Viele seien gestern mit langen Gesichter durchs Lehrerzimer gelaufen.  Natürlich gebe es auch  Baustellen, „aber wir machen hier gute Arbeit.”

 Auch Dietmar Kurz, Leiter der Holzkamp-Gesamtschule, ärgert sich über die Auswirkungen von Sommers Kritik: „Viele Lehrer waren gestern traurig, andere hatten die Faust in der Tasche.” Dass Gesamtschulen beim Abi nicht so gut abschneiden wie Gymnasien, sei klar, weil an Gesamtschulen der Migrantenanteil viel höher sei. Bei vielen Kindern werde zu Hause gar kein Deutsch gesprochen.

 Dafür nimmt sie lange Schultage in Kauf. Wenn sie mit dem Bus fährt, ist sie von 6.45 bis 15.30 Uhr unterwegs, an manchen Tagen sogar bis 17.30 Uhr. Wenn ihr Vater, der in Herbede arbeitet, sie mitnimmt, kann sie ein bisschen länger schlafen. Und abends und am Wochenende stehen noch Fußball und Bogenschießen an. Ein volles Programm. „Ach, ich nehme das einfach hin”, sagt Lisa und lacht. „Ich finde, diese Schule passt zu mir.”

 So muss es sein, denn sonst hätte sie nicht die zehnte Klasse mit lauter Einsen abgeschlossen – und wurde deshalb zu einem Treffen mit Ministerpräsident Rüttgers eingeladen. Allzu schwer fällt ihr das Lernen nicht, trotzdem bereitet sie sich konzentriert auf die Schule vor. „Ich bin schon ehrgeizig”, sagt sie. Deutsch mache ihr großen Spaß, auch Mathe, Pädagogik und Sprachen. Englisch hat sie seit der fünften Klasse, Französisch hat sie zwei Jahre gelernt, jetzt ist sie auf Spanisch umgeschwenkt.

 Dass sie an der Gesamtschule gelandet ist, hat sie ihrer Grundschullehrerin zu „verdanken”: „Sie meinte, ich wäre zu schüchtern für das Gymnasium”, grinst Lisa. Das hat sich dann schnell gelegt, doch ihre Entscheidung für die Gesamtschule hat Lisa nie bereut.

 Nach dem Abi will sie übrigens studieren und Lehrerin werden – natürlich an einer Gesamtschule.

Claudia Vüllers



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