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Mit Theater zurück in den Beruf

14.02.2016 | 13:34 Uhr
Mit Theater zurück in den Beruf
Szenenbild von „Der König hinter dem Spiegel“, das am Sonntag, 21. Februar, in der Werkstadt gezeigt wird.Foto: Bandurski

  Mit starken Bildern geht ab Sonntag „Der König hinter dem Spiegel“ auf die Bühne. Das Projekt für Arbeitssuchende wird vom Jobcenter finanziert.

Sich selbst ausprobieren, neues erfahren und eigene Grenzen austesten – darum geht es für die Schauspieler des Stücks „Der König hinter dem Spiegel“. Denn sie alle bewegte zunächst vor allem ein Ziel: neue Berufsperspektiven zu entwickeln und so dem ersten Arbeitsmarkt wieder ein Stück zu näher kommen.

Horizont erweitern

Die Fäden bei diesem Projekt zieht Kombi ThuBA, eine Kooperation des Jobcenters EN und der Projektfabrik. Es richtet sich an Menschen, die bereits seit längerem erwerbslos sind. Theaterpädagogin Susanne Dieterich ist begeistert von dem künstlerischen Ansatz, den das Projekt bei der Wiedereingliederung in das Berufsleben verfolgt. „Es geht darum, dass die Teilnehmer ihren Horizont erweitern und herausfinden, was sie alles können.“ Denn diese Entwickelung der Persönlichkeit sei es, die Menschen oft ganz neue Perspektiven eröffne, wieder in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. „Wir machen Stimmtraining, üben Solo-Auftritte, arbeiten im Team und an der Körperwahrnehmung“, so Dieterich. Und das sei nur ein Teil der Inhalte in der neunmonatigen Projektzeit für jeden Teilnehmer.

Unterstützung fand das Projekt jetzt außerdem durch die Alzheimer-Gesellschaft. Im Winter zeigte das ständig wechselnde Ensemble ein weihnachtliches Stück auch vor einer Gruppe an Demenz erkrankter Menschen. „Die Begeisterung die wir bei den Menschen gespürt haben, war überwältigend“, erzählt Petra Möller. Also war es beschlossen, dass die Senioren auch an dem neuen Stück teilhaben sollten. Schnell war klar, dass das mit aussagekräftigen Bildern und einfacher Sprache arbeitende Stück nach dem Buch von Rudolf Herfurtner sich hervorragend für ein generationenübergreifendes Projekt eignet – eingeladen sind daher vor allem Großeltern und ihre Enkel. Susanne Dieterich: „So findet ein gemeinsames Erleben statt.“

Versteckte Leidenschaft entdeckt

Für Susanne Bastian (46), die als Steinhuhn in dem Stück auftritt, ist das Theaterspielen nicht minder aufregend. Aufgrund einer chronischen Erkrankung ist sie aus ihrem alten Job ausgeschieden. Aus der Schauspielerei, so sagt sie, können sie sehr viel für sich persönlich rausziehen. „Auszuprobieren, was ich mir noch zutrauen kann“, findet sie besonders wichtig. Dennis Kirsch (30) hat durch das Projekt sogar eine bisher versteckte Passion für Literatur entdeckt. „Ich weiß jetzt, dass ich im Buchhandel arbeiten möchte“, so der ehemalige Student. Für andere ist sogar die Arbeit hinter und auf der Bühne an sich zielführend. Andreas Günther (41) ist Veranstaltungstechniker und will auch genau in dieser Sparte weiter arbeiten. Der Zwischenstopp bei Kombis ThuBA sei daher genau „sein Ding“ gewesen. „Und das wir die älteren Menschen mit unserer Weihnachtsbäckerei so bewegt haben, hat mich sehr berührt.“

Zum Inhalt

Das Stück, das am Sonntag, 21. Februar, um 15 Uhr in der Werkstadt gezeigt wird, handelt von einer Nachtigall, die sich auf den Weg macht, den König der Vögel zu finden. Auf ihrem Weg begegnen ihre allerhand Schwierigkeiten, die sie nur gemeinsam mit ihren Freunden überwinden kann, indem jeder mit seinen Fähigkeiten für die das Ziel den König zu finden, einspringt.

Malin Schneider-Pluppins

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