Mit Sonnenschirm und Melone gegen die Hitze

Erfinderisch: Auch auf dem Tretboot sollte man sich vor der Sonne schützen, ob mit Hut oder – wie hier Jörg Gudat – mit einem Sonnenschirm.
Erfinderisch: Auch auf dem Tretboot sollte man sich vor der Sonne schützen, ob mit Hut oder – wie hier Jörg Gudat – mit einem Sonnenschirm.
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto
Was wir bereits wissen
Eis, Windfächer, Zelt: Wittener lassen sich viel einfallen, um bei 32 Grad fit zu bleiben. Ärzte raten, viel zu trinken. Feuerwehr warnt vor Bränden.

Witten..  Was für ein Wetter! Über 32 Grad waren es am Mittwoch in Witten, und das Ende der Fahnenstange ist noch in Sicht. Ob Wassermelone, Windfächer, ein schattiges Plätzchen oder ein Riesen-Eisbecher – die Ruhrstädter haben viele Rezepte gegen die Bullenhitze. Der wichtigste Tipp der Ärzte: viel trinken!

Wen es am Nachmittag ins Café zog, steuerte schnurstracks einen der vielen Sonnenschirme an. Die Kellnerinnen kamen teilweise gar nicht nach bei den Getränkebestellungen. Weniger Kaffeetassen, dafür mehr Wassergläser klimperten auf den Tabletts vorm Extrablatt. Trinken sei sehr wichtig, sagt Dr. Mario Iasevoli, Chef-Internist im Ev. Krankenhaus. „Bei so einem Wetter verliert man viel Flüssigkeit, das belastet den Kreislauf – vor allem bei älteren und kranken Menschen.“ Übrigens solle man lieber nicht zu kalte Getränke zu sich nehmen, auch das belaste am Ende den Kreislauf.

„Ich könnte die ganze Zeit über 40 Grad haben“

32 Grad? Markus Zaporowski bleibt da ganz cool. „Ich könnte die ganze Zeit über 40 Grad haben“, sagt der 36-Jährige, der auf dem Hohenstein ohne Kappe in der Sonne „brät“. Aus ärztlicher Sicht nicht optimal. „In südlichen Ländern käme niemand auf die Idee, sich ungeschützt in die pralle Sonne zu setzen“, warnt Dr. Iasevoli. Seine Tipps: Kopfbedeckung tragen und sich in den Schatten begeben – sonst drohe ein Sonnenstich. Für die Kinder hat Sonnenanbeter Markus Zaporowski bewusst ein Zelt als Schutz aufgebaut. „Elternpflicht!“

Apropos Sonnenstich: Damit hat Britta Rinas schon Erfahrungen gemacht. „Das war bei einem Konzert. Ich hatte Durchfall, musste mich übergeben. Beim Roten Kreuz habe ich eine Infusion bekommen“, sagt die 32-Jährige. Für ihr Picknick auf dem Hohenstein hat sie vorgesorgt. „Wasser, Apfel, Melone, Gurke – alles gestern schon kaltgestellt.“

Warnung an Hobby-Griller: Funken lösen Brände aus

Die Feuerwehr warnt angesichts der brütenden Hitze – am Wochenende sollen es über 40 Grad werden – insbesondere vor Bränden, die leicht entflammen könnten. „Wenn Gras sehr trocken ist, kann es zu Bränden kommen. Darum sollte man keine Zigarette achtlos wegwerfen“, sagt Oberbrandmeister Friedhelm Schneider. „Sogar das Glas einer weggeworfenen Flasche kann wie eine Lupe wirken und so einen Brand auslösen.“ Was offene Feuer für Hobby-Griller anbelangt: lieber die Finger weg! „Funken können aufs trockene Gras fliegen.“

Viel trinken – das steht auch auf dem Programm der Feuerwehr, betont Friedhelm Schneider. Schließlich müssen die Männer im Einsatz in dicker Kluft konzentriert bleiben. Mit Wasser, versteht sich. Das Getränk, das Dr. Iasevoli allen Hitzegeplagten zugesteht, wäre für die Rettungskräfte nicht wirklich geeignet: „Bei dem Wetter ist im Biergarten auch mal ein kühles Weizen drin.“