Mit Pinsel und Farbe im Wittener Wald unterwegs

Wegemarkiererin Birte Heidemann vom Sauerländischen Gebirgsverein Witten mit ihrem Werkzeug.
Wegemarkiererin Birte Heidemann vom Sauerländischen Gebirgsverein Witten mit ihrem Werkzeug.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Birte Heidemann arbeitet als Wegemarkiererin für den Sauerländischen Gebirgsverein. Regelmäßig kontrolliert sie die Beschilderung der Wanderstrecken.

Witten..  Wenn Birte Heidemann in ihrem grasgrünen T-Shirt und mit der kleinen Holzkiste in der Hand durch die Gegend läuft, dann halten Spaziergänger sie schon mal für einen Pilzsammler oder Waldarbeiter. Doch die 41-Jährige ist Wegemarkiererin und ehrenamtlich im Auftrag des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) unterwegs. Sie sorgt dafür, dass Wanderer in Witten sich nicht verlaufen.

Alles Nötige trägt sie in der Kiste

An diesem Freitag nimmt Birte Heidemann, die eine Tagespflege für Demenzbetroffene in Sprockhövel betreibt, sich den Weg rund um Stockum vor. Er startet und endet am Parkplatz neben dem Sportplatz an der Pferdebachstraße. Zwölf Kilometer lang ist er und trägt die Bezeichnung „A 1“: weiße Beschriftung auf schwarzem Grund. Das erste Schildchen klebt an einem Laternenmast auf dem kleinen Fußweg, der vom Helfkamp aus links abzweigt und nach einigen Metern durchs Wohngebiet hoch Richtung Steinberg führt. Birte Heidemann kramt ein neues Schildchen aus der Kiste und pappt es ungefähr in Augenhöhe an den Pfahl, den sie zuvor mit einem Feuchttuch gereinigt hat.

An der nächsten Weggabelung erneuert sie das verwitterte Zeichen mit Acrylfarbe und Pinsel direkt auf dem Baum, einer amerikanischen Eiche, wie sie nebenbei erklärt. Die Herbederin ist ein Naturkind und liebt es, im Wald zu wandern. Irgendwann fragte sie sich, wer sich wohl die Mühe macht, die ganzen Zeichen anzubringen. „Ich dachte, dafür ist die Stadt zuständig.“ Beim Googeln erfuhr sie, dass der SGV sich in ganz NRW darum kümmert. „Ich rief an und war im Grunde schon gefangen“, sagt sie. Der Verein hatte nicht nur ein neues Mitglied, sondern auch eine neue Wegemarkiererin. 2012 war das. In einem eintägigen Kurs erfuhr sie alles Wissenswerte. Zum Beispiel auch, dass Eigentümer sie nicht von der Arbeit abhalten dürfen, wenn der Weg offiziell auf Privatgrund verläuft. „Das ist eine Ordnungswidrigkeit und kann bis zu 50 000 Euro kosten.“ In Herbede gebe es so einen Fall, wo jemand ständig die Schilder entferne.

Birte Heidemann, die selbst am liebsten im Muttental wandert, ist gern beim SGV, der in Witten etwa 150 Mitglieder hat. Durchschnittsalter: 74. Nur mit Wandern könne man den Nachwuchs eben nicht locken, sagt sie. Zwar sei das Geo-Caching, also die Schnitzeljagd mit GPS-Empfänger, schwer gefragt. Allein, es mangele an Mitgliedern, die sich mit der Technik auskennen. Auch Wildkräuterführungen, bei denen die Teilnehmer hinterher einen Salat machen, halte sie für attraktiv. Oder Touren von Biergarten zu Biergarten. Und da geht noch mehr. „Wir haben doch“, sagt sie, „in Witten so viele schöne Ecken.“