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„Mord am Hellweg“

Mit Mordlust durch Herbede

12.02.2016 | 16:36 Uhr
Mit Mordlust durch Herbede
Die beiden schmieden ein Mordkomplott: Henrikje Spengler vom Wittener Festivalteam zeigt Matthias Wittekindt die Stadt für seine neue Kriminalgeschichte. Herbede und die Meesmannstraße dürfen dabei nicht fehlen. „Es gibt einen grauenhaften Mord“, sagt der Autor. Er arbeitet derzeit noch am Manuskript.Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Der Berliner Autor Matthias Wittekindt (57) ist auf Recherchereise in der Ruhrstadt. Für das Festival „Mord am Hellweg“ schreibt er den Witten-Krimi.

Mordlust führt den Berliner nach Witten, und seine Komplizen haben ihn schon lange erwartet. Doch nicht mit Pistole, Axt, Giftphiole oder Garotte ist Matthias Wittekindt in die Ruhrstadt gekommen, sondern mit Stift und Notizblock. Er ist Krimiautor und wird für das Festival „Mord am Hellweg“ den Witten-Krimi schreiben. Deshalb möchte er jetzt die Stadt kennenlernen, doch dafür hat er nur drei Tage Zeit. Dass seine Kriminalgeschichte in einer für ihn fremden Stadt spielt, gehört zum Festivalkonzept.

„Ich kriege irre viele Informationen“, freut sich der Wahlberliner allerdings. Zu verdanken hat er diese seinen Mitverschwörern vom Wittener Festivalteam, Hendrikje Spengler, Wolfgang Härtel (beide vom Saalbau) und Thomas Lindner (Stadtwerke). Sie wollen ihm verraten, wo vor Ort die Leichen vergraben sind und ihm dabei vor allem ein Gefühl für die Stadt vermitteln. Im Parkhotel hat das Trio ihn einquartiert, wo er morgens den Blick aufs schöne Ruhrtal genießt.

Dicke Wälzer aus dem Stadtarchiv durchgearbeitet

„Hier ist es viel grüner als man sich das Ruhrgebiet vorstellt“, sagt der 57-Jährige. Als Vergleich kennt er Bochum und Castrop-Rauxel, wo er schon als Theaterautor gearbeitet hat. Vor seinem Recherchebesuch hat er schon dicke Wälzer aus dem Stadtarchiv durchgearbeitet und vor Ort alte Stadtpläne studiert. „Es geht in Witten immer um die Frage, ob es eine Großstadt ist.“

Eine Führung zur Anlegestelle der MS Schwalbe hat er bereits bekommen, ebenso zum Kemnader Stausee, zur Kläranlage und durch die Herbeder Innenstadt.

Mittagessen gibt’s im „Steiger No 57“ auf der Meesmannstraße. Was bestellt der Berliner? Currywurst. „In Herbede schmeckt die natürlich besser als zuhause“, sagt der Gast pflichtbewusst. In der Hauptstadt hätte er sie auch im Pappschälchen und nicht im Glas serviert bekommen. Gestärkt geht’s mit der Tour weiter.

Besonders inspirierend

Information
Wittekindts erste lokale Kriminalgeschichte fürs Festival

Matthias Wittekindt (57) ist in Bonn geboren, wuchs in Hamburg auf und lebt in Berlin und ist inzwischen Großvater.

Der studierte Architekt hat Krimis fürs Radio geschrieben, bevor er 2002 seinen ersten Roman und 2011 seinen ersten Frankreichkrimi herausbrachte. Im August erscheint der neue Roman „Der Unfall in der Rue Bisson“.

Zwar war Wittekindt bei früheren Auflagen von „Mord am Hellweg“ dabei, um aus seinen Werken zu lesen. Diesmal schreibt er aber erstmals eine lokale Kriminalgeschichte für das Festival.

Der Witten-Krimi wird im Festivalsammelband „Glaube. Liebe. Leichenschau“ erscheinen. Dort gibt’s alle lokalen Kriminalgeschichten der „Mord am Hellweg“-Autoren. Der Band soll im September veröffentlicht werden. Wittekindt wird seine Geschichte zudem in Witten lesen.

Weitere Infos zum Festival: www.mordamhellweg.de

Nicht alles, was der Autor in den drei Tagen lernt und erlebt, wird in seinen Krimi einfließen, schließlich hat er nur zwölf Seiten für seine Geschichte. „Witten finde ich aber besonders inspirierend“, sagt der einstige Architekt. „Ich interessiere mich für Stadtplanung und wie sich Städte gewandelt haben. Hier fühlt man aber immer eine besondere Identität.“ Diese soll auch mithilfe von Lokalkolorit den Witten-Krimi durchdringen, ohne wie ein Touristenführer zu wirken.

„Am Ende wird nicht alles stimmen“, weiß Wittekindt bereits. „Die Geschichte ist ja Fiktion, und ich bin kein Stadtarchivar.“ Er will seinem Stil treu bleiben: „Ich schreibe nie über Drogenhändler oder russische Nutten und nicht über Serienmörder, sondern immer über Menschen, die mal abrutschen.“

Grausamer Mord und völlig hilfloses Mädchen

Alle Ideen in seinem Manuskript möchte er natürlich noch nicht verraten, aber immerhin so viel: 1979 findet die Polizei ein Mädchen an einem Autobahnzubringer. Von den Eltern keine Spur. Als Erwachsene erinnert sich das Mädchen wieder an diese Nacht. „Es gibt einen grauenhaften Mord und ich erzähle, was aus dem völlig hilflosen Mädchen, einem Opfer, wird. Es wird besser für sie.“

Oliver Kühn

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Mit Mordlust durch Herbede
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2016-02-12 16:36
Witten