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Mit Kreuz durchs Wittener Gewerbegebiet

24.01.2016 | 19:20 Uhr
Mit Kreuz durchs Wittener Gewerbegebiet
Ungewöhnliche Prozession: Mit Kreuz und Pfarrer Friedrich Barkey am Rollator führte der Zug durchs Gewerbegebiet Salinger Feld.Foto: Barbara Zabka

Witten.   Neuer Pastoralverbund Witten-Ost feiert erste gemeinsame Andacht. Gewählter Ort im Salinger Feld liegt genau in der Mitte der drei Kirchen.

Sonntags um zehn Uhr im Gewerbegebiet Salinger Feld: 60 Gemeindemitglieder stehen zwischen hochaufgetürmten Bierkästen und stimmen den Lobgesang „Laudate omnes gentes” an. Ein Freiluftgottesdienst mitten im grauen Industriepark?

„Wir feiern heute symbolisch die Vereinigung der drei Kirchgemeinden Annen, Stockum und Rüdinghausen zum Pastoralverbund Witten-Ost”, sagt der Annener Pfarrer Friedrich Barkey. „Und dieser Ort lag eben genau in der Mitte der drei Kirchen.”

Strommast als Bild für künftige Gemeindearbeit

Also machen sich drei Prozessionen aus den verschiedenen Stadtteilen auf den Weg, zwei Kilometer durch die kühle Januarluft. Auf dem Hof des Getränkemarkts Kosmol findet neben einem sehr hohen Strommast die erste Andacht als vereinigte Pfarrei „Heiligste Dreifaltigkeit” statt. „Der riesige Mast ist natürlich auch ein passendes Bild für unsere zukünftige Gemeindearbeit”, so Barkey. „Er hat ein festes, massives Fundament. Und oben zweigen viele Leitungen in die verschiedenen Himmelsrichtungen ab.”

Diese seien auch ein Zeichen für die verschieden Einflüsse und Gaben, die jede Gemeinde in die gemeinsame Arbeit mitbringt. Die Gaben liegen in Form von symbolischen Gegenständen in einem Bollerwagen, der sich während der kleinen Andacht zwischen den Mitglieder befindet.

Da ist zum Beispiel ein Atlas, der für die Flüchtlingsarbeit der Annener Josephs-Gemeinde steht. Ein geflochtener Korb aus Ungarn verdeutlicht die Verbindung der Pius-Kirche mit ihrer dortigen Partnergemeinde. Pfarrer Barkey schiebt einen Rollator vor sich her. Er steht für das katholische Altenzentrum Sankt Josef in Annen. „Dieser Ort ist besonders wichtig. Denn hier wohnen schon seit Jahrzehnten Gemeindemitglieder aus allen drei Stadtteilen zusammen“, so Barkey.

„Offenen Widerstände gibt es seitens der Gemeinden keine“

Nach einem kurzen Bibelwort werden Bollerwagen und Rollator in Bewegung gesetzt und die Gemeindemitglieder ziehen durch das sonntäglich verwaiste Industriegebiet. An der Spitze des Zuges trägt ein Mädchen ein großes Holzkreuz. Singend bewegt sich die Prozession in Richtung St. Josephs- Kirche. Hier feiern die Mitglieder dann den „richtigen“ Gottesdienst. Die Vereinigung der drei Gemeinden sehen die meisten Kirchgänger positiv. „Offene Widerstände gibt seitens der Gemeinden keine”, sagt Pfarrer Barkey. Mit der Zusammenlegung ist er leitender Pfarrer der „Heiligsten Dreifaltigkeit“. Außerdem teilen sich Annen, Rüdinghausen und Stockum einen gemeinsamen Kirchenvorstand. Weil die Zahl der Gemeindemitglieder stetig schrumpft, sei diese Vereinheitlichung notwendig.

„Die personelle Entwicklung in den Kirchenstrukturen ist nicht aufzuhalten“, so Sabine Banaschewitz, Kinder- und Jugendbeauftragte des Pastoralverbunds: „Aber ich glaube, jeder hat auch nach der Zusammenlegung genug Raum, seine Talente einzubringen.“

Mirjam Benecke

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2016-01-24 19:20
Witten