Migrantenkinder müssen sich nicht mehr bis 23 entscheiden

Das Kommunale Integrationszentrum und die Ausländerbehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises haben über das Thema „doppelte Staatsangehörigkeit“ informiert.

Eingeladen waren Migrantenselbstorganisationen, Integrationsräte sowie städtische Mitarbeiter. Im Blickpunkt stand eine Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes, die Ende letzten Jahres in Kraft trat.

Kern der Gesetzesänderung: Für in Deutschland ab Januar 2000 geborene und aufgewachsene Kinder ausländischer Eltern sowie für die Kinder der Geburtsjahrgänge 1990 bis 1999, die aufgrund einer speziellen Altfallregelung eingebürgert worden sind, wurde die so genannte Optionspflicht abgeschafft. Statt sich bis zum 23. Lebensjahr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden zu müssen, sieht das neue Gesetz vor, dass nun auch Mehrstaatlichkeit akzeptiert werden kann.

Dies gilt für diejenigen, die sich bis zur Vollendung ihres 21. Lebensjahres mindestens acht Jahre in Deutschland aufgehalten haben oder die sechs Jahre in Deutschland eine Schule besucht haben oder die über einen in Deutschland erworbenen Schulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Unabhängig davon entfällt die Optionspflicht auch für die Betroffenen, die neben der deutschen nur die Staatsangehörigkeit eines Staates der Europäischen Union oder der Schweiz besitzen.