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Michael Anders gehörte zu den Rettern der Wittener Uni

23.02.2016 | 13:30 Uhr
Michael Anders gehörte zu den Rettern der Wittener Uni
Schwierige Zeiten hat Michael Anders als damaliger Geschäftsführer der Uni Witten erlebt. Diese Aufnahme entstand Ende 2008, sozusagen auf dem Höhepunkt der Krise.Foto: Werner Liesenhoff

Witten.   Heute kümmert sich der Sanierer unter anderem um ein Therapieprojekt für Behinderte auf dem Land in Polen. Er ist zur Software-Stifung zurückgekehrt.

Es ist knapp acht Jahre her, da drohte Witten eines seiner größten Wahrzeichen zu verlieren – die Universität. Weil das Wissenschaftsministerium den Wirtschaftsplan der Hochschule bemängelte, drohte das Land aus der Förderung auszusteigen. Und dann kam Michael Anders an Bord und brachte seine Uni wieder auf Kurs. Vier Jahre später ging er – der Familie zuliebe. Doch an Witten denkt er noch immer mit großer Freude zurück. Trotz aller Hektik

Denn „Stress pur“ seien die ersten Monate damals gewesen, erinnert sich der gebürtige Düsseldorfer und gelernte Banker. „Wir hatten kein Geld und keinen Schlaf.“ Und die Verantwortung für fast 500 Mitarbeiter. Doch dank des „großartigen Teams“ im Präsidium, das trotz aller Schwierigkeiten immer hochkonzentriert und motiviert gearbeitet hätte, habe es auch viele schöne Momente gegeben. Der Durchbruch kam dann Ende Januar 2009, als der damalige Wissenschaftsminister Pinkwart nach Verhandlungen bis tief in die Nacht die Rettung der Uni verkündete: Die Landesgelder flossen weiter.

Die Uni dankte es ihm mit dem Posten des „Kanzlers“

Doch die Arbeit war damit längst noch nicht getan: Anders und sein Co-Geschäftsführer Martin Butzlaff stellten die Finanzierung durch Gesellschafter und Sponsoring auf sichere Beine, schufen neue Studienplätze, sparten Personal ein. Die Rechnung ging auf: Die erste deutsche Privathochschule schrieb bereits vier Jahre nach der Fast-Insolvenz schwarze Zahlen.

Damit hatten Butzlaff und Anders zusammen mit ihrem Team die Uni gerettet – ihre Uni, kann man auch sagen. Denn beide haben an der UW/H studiert. Deshalb war es für Anders auch klar, dass er hilft, wenn er helfen kann, sagt er. „Hier habe ich wesentlich Impulse für mein Denken erhalten.“ Als Anerkennung ihrer Arbeit wurden Anders schließlich zum Kanzler und Butzlaff zum Präsidenten ernannt.

Witten nach vier Jahren der Familie wegen verlassen

Dass sich Michael Anders trotzdem Ende 2012 aus Witten verabschiedet hat, tat er seiner Familie zuliebe. Drei Stunden saß er täglich im Auto, um zur Ruhrstadt und zurück zu kommen. Zeit, die ihm für seine Frau und die drei Kleinsten fehlte. Ein weiteres Kind wurde nach der Wittener Zeit geboren, zwei aus einer früheren Beziehung sind schon groß.

Aber Anders konnte auch ruhigen Gewissens gehen. „Die Sanierung war im Wesentlichen vollzogen, die heiße Phase vorbei“, erinnert er sich heute. Und wusste, dass er die Uni in gute Hände übergab. Sein Nachfolger Jan Peter Nonnenkamp war vor der UW/H Vorstand eines DAX-30-Unternehmens, ein erfahrener Geschäftsmann. Er hat ebenfalls in Witten studiert und den besonderen Geist der Uni verinnerlicht. Anders: „Er war wirklich ein Glücksgriff.“

Schon eine private Hochschule bei Bonn saniert

Anders selbst zog es zurück zur Software-AG-Stiftung, bei der er schon 1999 begonnen hatte. Für sie leitete und sanierte er die private Alanus-Hochschule in Alfter bei Bonn, eine perfekte Vorbereitung für seine Mammutaufgabe in Witten. Nun kümmert er sich wieder für die Stiftung unter anderem um das Bio-Landwirtschaftsprojekt „Juchowo“ in Westpommern (Polen) – ein 2500 Hektar großes Areal, auf dem auch ausgebildet wird und behinderte Menschen therapiert werden.

Darüber hinaus gibt es dort Projekte für Natur und Forschung und einen Kindergarten. Außerdem leitet Anders die von ihm gegründete „Initiative for Social Impact (ISI)“ in Alfter, die gemeinnützige Projekte begleitet, und sitzt im Aufsichtsrat der privaten Berliner Hochschule IPU. Klingt wieder nach viel Arbeit. Aber es sind Herausforderungen, die ihn reizen, die ihn ausfüllen. Und die er sich gut einteilen kann – der Familie zuliebe.

Claudia Scholz

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2016-02-23 13:30
Witten