Mathias hatte drei Handys und 10 000 Euro Miese

Ohne Moos nix los: Viel Geld hat Mathias nicht. Trotzdem will er so schnell wie möglich seine restlichen Schulden begleichen.
Ohne Moos nix los: Viel Geld hat Mathias nicht. Trotzdem will er so schnell wie möglich seine restlichen Schulden begleichen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mathias B. war einer von vielen hoch verschuldeten Wittenern. Er kämpft sich langsam aus den roten Zahlen.

Witten..  Mit 18 schloss Mathias seinen ersten Handy-Vertrag ab, dann seinen zweiten und seinen dritten. Er telefonierte und telefonierte, die Schulden häuften sich, der Gerichtsvollzieher rückte an. Am Ende standen 10 000 Euro Miese. Doch der heute 28-Jährige, einer von tausenden Verschuldeten in Witten, Wetter und Hattingen, steckte nicht auf – mit Erfolg.

Heute hat Mathias seinen Schuldenberg fast ganz abgebaut. „2000 Euro sind noch übrig“, meint der Wittener mit einer Mischung aus Hoffnung und Selbstbewusstsein, als wolle er sagen: Den Rest schaffe ich auch noch! Mathias betont, nie zur Schuldnerberatung gegangen zu sein. „Dafür war ich zu stolz. Ich habe mir gesagt: Du hast es dir eingebrockt. Jetzt musst du da alleine wieder raus.“ Er habe im Internet nach anderen Lösungen geforscht.

„Ich war geschockt und verwirrt“

Mathias las etwas von Ratenvereinbarungen und Vergleichen, um aus den roten Zahlen zu kommen. Das war mittlerweile auch bitter nötig: Nach den dicken Handyrechnungen über mehrere hundert Euro („Ich war geschockt und verwirrt“) folgten unter anderem Mietschulden und Gerichtskosten, erzählt der 28-Jährige.

Aus den anfänglich noch beherrschbaren 3000 Euro Telefonkosten wurden schnell über 10 000. Es hagelte Mahn- und Vollstreckungsbescheide, doch der Gerichtsvollzieher konnte bei dem 28-Jährigen nichts holen: „Ich hatte nichts zu pfänden.“ Er sei als Tischler jobben gegangen, erzählt Mathias, habe die Miesen langsam durch die Vergleichsvereinbarungen abgestottert.

Mit 21 hat es Klick gemacht

Klick gemacht habe es bei ihm mit 21 Jahren, sagt der Wittener im Blick zurück. „Ich hatte eine Freundin und mir Gedanken darüber gemacht, was ist, wenn ich mit ihr zusammenziehen oder irgendwann mal Kinder haben will.“ Heute hat Mathias seine Freundin und seinen Job als Tischler nicht mehr. Aber eben, und das ist die gute Nachricht, auch fast keine Schulden mehr. Bald will er wieder bei Null sein. Und das soll dann auch so bleiben. „Heute kann ich besser mit Geld umgehen.“