Das aktuelle Wetter Witten 15°C
Ehrenamt

Markt der Möglichkeiten

11.08.2011 | 16:44 Uhr
Markt der Möglichkeiten
Mobiles mit Sinnfragen und Anregungen hängen in der Uni, erstellt von Teilnehmern der „und jetzt?!“-Konferenz. Foto: Walter Fischer / WAZ Foto Pool

Witten. Zwischen den Bäumen schaukelt eine Hängematte, im Café in einer Art Indianerzelt gegenüber der Bühne, vor der Jugendliche zu Gitarrenklängen singen, riecht es nach Stroh: Idyllisch ist die Atmosphäre bei der „und jetzt?!“-Konferenz auf dem Campus der Uni Witten.

130 junge Menschen, die ein Freiwilligenjahr im Ausland absolviert haben, treffen sich hier, tauschen sich aus, suchen nach neuen Engagement-Möglichkeiten. Tina Schmiers (22) war 2009/2010 in Südafrika, isst gerade an den langen Biertischen beim gemeinsamen Mittagessen, zu dem ein Gong gerufen hat, Suppe. Danach möchte sie zum „Markt der Möglichkeiten“ draußen auf dem Parkplatz.

Denn hier hält gerade nicht nur der Missio-Aids-Truck, sondern informieren diverse Organisationen über ehrenamtliches Engagement im In- und Ausland. Der Freiwilligenaustausch weltweit stellt sich vor, aber es sind auch Flyer der Nachbarschaftshilfe Witten zu finden. Vanessa Stahl vom Kulturwissenschaftlichen Institut ist aus Essen angereist, um zu recherchieren.

Mobiles hängen in der Uni von der Decke. Sie beschäftigen sich auf runden, bunten Pappen mit dem Woher: „Kaff bei München“, mit dem Wohin: „Ghana“, mit Anregungen wie „Gedankenfreiheit“, „Visa & Mastercard“, „Gedankenfreiheit“. Draußen vor der Cafeteria unweit des Zeltlagers hängen Schilder, die den Weg weisen zu den Duschen, zum Café. Auch ein „Briefkasten“ ist da für Nachrichten an alle. Liebevoll ökologisch verpackte Getränkeverpackungen hängen da und Fragen wie „Was bedeutet Bewusstsein?“, „Wie viele Menschen verkraftet die Erde?“

Eine Streuobstwiese haben die Teilnehmer hinter der Uni angelegt - schließlich ist Nachhaltigkeit ein Thema. Darum ging’s auch beim Flashmob am Morgen. „Wir hatten Müll mit auf den Rathausplatz gebracht, rannten weg, ließen ihn zurück. Viele Menschen regten sich auf“, schildert Eva von der Heyde (21) vom Organisationsteam. Danach ließen sie mit dem Müll Rhythmen erklingen. „Um zu zeigen, was man mit Müll machen kann.“

In einer „Tauch-ein“-Ecke in der Uni hängen Porträt-Fotos, oft mit einer kurzen Vita. Tabea war 2008/2009 in Uganda, geht am 30. August nach Madrid - und bietet dort eine Couch an. Ihr Name ist auch auf einer großen Landkarte zu finden. Hier haben die Ex-Freiwilligen farbige Namensschildchen auf ihre Herkunftsstädte gepikst.

Eine Lena kommt aus Arnheim, Lena Saenger (20) aus Bayreuth. Vor vier Tagen ist sie aus Nicaragua zurückgekehrt. „Im Internet habe ich von dieser Konferenz gelesen. Sie ist für mich der optimale Übergang, um hier wieder anzukommen.“ In Kirchenprojekten hat sie mitgearbeitet, erhofft sich von der Konferenz auch Anregungen zur Studienwahl. „Ich schwanke zwischen Psychologie und Sozialwissenschaft. Hier habe ich Kontakte geknüpft.“ Und vom Nica-Netz, dem Freiwilligen-Netzwerk Nicaragua erfahren, bei dem sie sich eventuell einbringen will. „Der Markt der Möglichkeiten ist informativ. Hier gibt es 1000 Möglichkeiten, in Nicaragua gab es so wenige. Das ist schon ein Kontrast.“

Liliane Zuuring



Kommentare
Aus dem Ressort
Gemeinsamer Kandidat der Wittener Koalition wahrscheinlich
Bürgermeister
Noch tappen die Parteien offenbar im Dunkeln bei der Suche nach dem Bürgermeisterkandidaten für 2015. Dass die Große Koalition mit unterschiedlichen Bewerbern ins Rennen geht, gilt als eher unwahrscheinlich. Die von der SPD-Spitze nicht mehr gewollte Bürgermeisterin Leidemann lässt alles offen.
Wittener Industrie stellt jeden dritten Arbeitsplatz
Industrie
In Witten gibt es 30 500 sozialversicherungspflichtige Beschäfigte. Mehr als jeder Dritte arbeitet in der Industrie. Hiesige Industrie-Unternehmen sind standorttreu, oft in Familienhand – und nicht selten international ausgerichtet. Die Themen eines Abends, zu dem sich Firmen-Chefs in der Werkstadt...
Rast im grünen Rüdinghausen
Stadtteilserie
WAZ-Redakteurin Tina Bucek lässt sich treiben auf den geordneten Straßen, bis sie sie trifft, die Rüdinghauser. Herrn Schäfer, der es früher schöner fand hier. Frau Priebel, die täglich zehn Kilometer durchs Ardeygebirge joggt. Frau Zühlsdorf, die Dahlien verkauft. Ein Potpourri.
Wittener Studentin schreibt Kinderbuch über Medizin
Uni Witten
Zwei Studentinnen der Uni Witten haben als Studienprojekt ein Kinderbuch über Anatomie verfasst: Ana und Tomie erklären die Medizin – das Ganze schön bunt bebildert. Was zunächst nur als Kurs-Projekt geplant war, gibt es jetzt zu kaufen.
IG Metall besorgt - Siemens drohe Wittener Unify-Werk
Schließung
Siemens will das Tochter-Unternehmens Unify in ganz Deutschland verschlanken. In Witten sind 110 Mitarbeiter betroffen. Erst war die Schließung bis Ende 2015 angekündigt, zwischenzeitlich bis Ende 2014, so die IG Metall. Brandbrief an NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.
Ihre Meinung

Das Freibad in Annen hat noch bis zum 14. September geöffnet . Andere Städte schließen ihre Bäder wegen des schlechten Wetters. Was denken Sie: Sollte das Freibad noch so lange geöffnet haben?

 
Fotos und Videos
Kunst
Bildgalerie
Offene Ateliers
Jamie Cullum begeistert beim Zeltfestival
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr
Bendzko singt Grönemeyer-Songs
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr
Fans tanzen mit Parov Stelar Band
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr