Lkw-Verbot auf Wittener Ruhrdeich wird oft missachtet

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Was wir bereits wissen
Leserin vermisst Lkw-Kontrollen auf dem Ruhrdeich. Polizei überwacht Lkw-Verkehr „sporadisch“. Ein Sprecher: „Jeder Verstoß wird konsequent geahndet.“

Wie ernst nehmen die Behörden selbst das seit November 2013 geltende Fahrverbot für über 7,5 Tonnen schwere Lkw auf dem Ruhrdeich, möchte Leserin Alexandra Neusius gerne wissen. Sie fragt: „Interessiert es überhaupt irgendwen, ob dieses Durchfahrtverbot für größere Lkw auch eingehalten wird?“

Die Bommeranerin fährt täglich mit dem Auto über den Ruhrdeich. Vor allem in Richtung Bommern habe sie „wirklich sehr regelmäßig“ Laster mit mehr als 7,5 Tonnen vor oder hinter sich, „die dann völlig selbstverständlich über die kleine Brücke fahren“. Eine Kontrolle habe sie aber noch nie gesehen. Nur Verbotsschilder aufzustellen, ohne deren Einhaltung zu überprüfen, findet Neusius inkonsequent.

Sowohl der für die B226 verantwortliche Landesbetrieb Straßen, als auch die indirekt betroffene Stadt Witten (der Ausweichverkehr rollt über Stadtstraßen) betonen, dass das Verbot eingehalten werden müsse. Beim Landesbetrieb baut man erst mal auf die abschreckende Wirkung der Beton-Schikane, „die eigentlich keinen Lkw durchlässt“, so Michael Overmeyer, aber natürlich gebe es „besonders geschickte Lkw-Fahrer“, die sich davon nicht abhalten ließen.

Andreas Müller (Stadt) erinnert an das Gutachten, das den Neubau der Brücke als vordringlich eingestuft hat. Die Berechnungen seien überzeugend, Bilder von „rostender Armierung“ hat er noch vor sich. Die Herabsetzung der Tonnage habe „Zeit bis zum Neubau gekauft“. Werde das Verbot ignoriert, könnte das dazu führen, dass die Brücke früher gesperrt werden müsste – für alle.

Nicht zuletzt, weil Bürger sich direkt an sie gewendet haben, kennt die Polizei das Problem. Beamte überwachten das Lkw-Verbot „sporadisch“, bestätigt Sprecher Guido Meng, „und wir ahnden konsequent jeden Verstoß.“ Das fange bei 20 Euro für eine Ordnungswidrigkeit an, reiche bei schweren Lkw bis zum gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr – „das kann also eine Straftat sein“. Sehr oft handele es sich um ortsunkundige Lkw-Fahrer, die sich von ihrem Navi leiten ließen.

Im Herbst will der Landesbetrieb Straßen mit dem Neubau der Brücke beginnen. Voraussichtliche Bauzeit: zwei Jahre. Da die Brücke in zwei Teilen errichtet wird, soll keine Vollsperrung nötig werden.