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Gitarrenkurs für Einsteiger

"Liebeskummer lohnt sich nicht"

27.04.2009 | 13:44 Uhr
"Liebeskummer lohnt sich nicht"

Gitarre lernen? In dieses Abenteuer haben sich jetzt neun Mutige gestürzt. Die Redaktion war bei den ersten Proben dabei.

„Es gibt immer Phasen im Leben, wo ein Instrument in der Ecke steht", sagt Gitarrenlehrer Michael Winkler. Der Wittener motiviert seit sieben Jahren „Gitarrieros”, wie er selber scherzhaft sagt, in Kursen der Ev. Erwachsenenbildung Ennepe-Ruhr die Saiten wieder neu zu stimmen und die Finger zu lockern. Jetzt startete der neue Frühjahrskurs mit neun Teilnehmern. Drei von ihnen sind bereits genauso lange mit dabei wie Winkler selbst.

Doch wie in jedem Kurs, verschlägt es auch immer wieder neue Mitglieder in die Gruppe. Wie Annette, die ihre Gitarre aus dem Schrank gekramt hat und einfach mitspielen wollte. „Schau mal, wenn du dir ein Stimmgerät holen willst, dann dieses hier", rät Renate ihr zu Beginn. Erzieherin Britta setzt sich gleich neben die Neue und klönt. Doch Annettes alte Gitarre will heute nicht gestimmt werden und irgendwie kommt sie mit dem Aufbaukurs der Ev. Erwachsenenbildung auch nicht so richtig mit.

Kein Problem für den Diplom-Pädagogen Michael Winkler. Nächstes Mal gibt es für Annette eine Grifftabelle auf den Notenständer. Doch auch zum Kursbeginn muss sie mitmachen. Denn „hier singt jeder mit”, sagt Winkler freundlich, aber bestimmt. Also stützt Annette sich auf ihre störrische Gitarre und wippt ihre Füße bei „Liebeskummer lohnt sich nicht” schon mal warm. Beim nächsten Lied singt Annette bereits mit.

„Wir scheuen uns nicht vor Schlagern”, sagt Michael Winkler und fügt hinzu: „Die sind gut zu spielen und eingängig.” Aber natürlich haben die Wittener „Gitarrieros” auch Lieder von den Rolling Stones und den Beatles auf Lager. Pädagoge und Journalist Winkler stimmt „Yesterday” an. Doch Vorsicht: „Jeder kennt das Lied. Aber kann man es auch spielen?".

Die Schlagtechnik sei entscheidend und die Abwechslung natürlich, betont Winkler. „Ihr wisst, dass ich Pausen liebe”, sagt der Kursleiter, während er in der Mitte der Gruppe steht, den letzten Akkord ausklingen lässt und sein rechtes Bein dabei rhythmisch nach vorne schnellen lässt. „Mit ein bisschen Abwechslung in den Liedern, denken die Leute am Lagerfeuer oder auf dem 50. Geburtstag: ‚Boah, kann der gut spielen'”, ermutigt Winkler seine Gruppe. Sich überwinden, auch mal vor Publikum zu spielen und in Räumen mit unterschiedlicher Akustik, dazu will der Gitarrenlehrer seine Schüler motivieren. „Wenn einer von uns auf einer Feier ein Dutzend andere zum Mitsingen bringt und die dann hinterher sagen: ‚War das schön, wie früher'", dann habe er sein Ziel erreicht.

Box:

Infos bei der Ev. Erwachsenenbildung Ennepe-Ruhr des Kirchenkreises Hattingen- Witten und Schwelm bei Petra Syring unter 589-197. Die Mitglieder des Aufbaukurses treffen sich gerne auch mal privat, besuchen zusammen Lesungen und Konzerte. Jährlich treffen sie sich zum „Anspielen” in Haus Friede (Hattingen) zur langen Gitarrennacht samt Familie und Klampfe natürlich. Die Gitarrengruppe trifft sich wöchentlich im Martineum an der Pferdebachstraße.

Melanie Pohle



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