Leiterin verlässt Wittener Marienkindergarten

34 Jahre lang hat Marita Mirbach die Sprösslinge im Marienkindergarten beim Spielen und Lernen begleitet. Nun geht sie in den Ruhestand.
34 Jahre lang hat Marita Mirbach die Sprösslinge im Marienkindergarten beim Spielen und Lernen begleitet. Nun geht sie in den Ruhestand.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Marita Mirbach geht nach 34 Jahren im Marienkindergarten in den Ruhestand. Als Kind hatte sie die Einrichtung schon selbst besucht.

Witten..  Vieles wird Marita Mirbach vermissen. Vor allem die Kinder. Aber auch die Kollegen und das gewohnte Umfeld. Nur der Verwaltungsaufwand, der wird ihr nicht fehlen. Nach 34 Berufsjahren im Marienkindergarten, davon 31 Jahre als Leiterin, hat sich Mirbach am Freitag in den Ruhestand verabschiedet.

„Hinterm Kirchturm wurde ich geboren“, sagt Marita Mirbach. Sie wuchs in der Hochstraße unweit der Marienkirche auf und besuchte ab April 1956, damals war sie drei Jahre alt, selbst den Marienkindergarten. Dieser bestand zu jener Zeit nur aus einem Gebäude, im obersten Stockwerk wohnte der Pfarrer. 14 Jahre später, nach Schule und Ausbildung, kehrte Mirbach hierher zurück, um ihr Anerkennungsjahr als Erzieherin abzuleisten. Weil in der Einrichtung der St. Marien-Gemeinde jedoch keine Stelle frei war, zog es sie anschließend zunächst ist den damals gerade eröffneten Awo-Kindergarten in Heven. Nach der Geburt ihres Sohnes und der damit verbundenen Berufspause fand sie schließlich 1982 eine Anstellung im Marienkindergarten, dessen Leitung sie drei Jahre später übernahm.

Die Arbeit mit den Kindern hat Mirbach immer gewollt. Die Arbeit im Büro nicht. Als der Kindergarten 1992 zu einer Tagesstätte wurde, in der die Kinder fortan auch den Nachmittag verbrachten, musste die Wittenerin sich entscheiden. Klar war: Die Arbeit als Leiterin würde nun so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass die Betreuung einer eigenen Gruppe nicht mehr möglich ist. „Da sind einige Tränen geflossen. Aber ich habe mich dann für die Leitung entschieden, weil ich gerne den Kontakt zur Gemeinde halten wollte“, sagt Mirbach.

Leitsatz von Maria Montessori

Außerdem ist es ja nicht so, als wäre der Kontakt zu den Kindern damit abgebrochen. Wer den Marienkindergarten kennt, der weiß: Hier flitzen die wieselflinken Wonneproppen so über den Flur, dass man ihnen kaum ausweichen kann. Geändert hat sich daran in 34 Jahren wenig, der Fortschritt in Telekommunikation und Technik lässt Kinder in diesem Alter gemeinhin kalt. Sie wollen spielen, sich bewegen, lernen. „Dabei wollen wir sie begleiten. Wir wollen die Kinder nicht negativ verwöhnen, sondern sie selbstständig machen“, sagt Mirbach. Ihr Leitsatz stammt von der Reformpädagogin Maria Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun.“

Gestiegen sind in den letzten Jahren die Anforderungen an die Erzieherinnen. Die Kinder bleiben länger und sind jünger. Luis, das Küken im Marienkindergarten, ist im Oktober erst zwei Jahre alt geworden. „Die Kolleginnen müssen immer häufiger wickeln, weil die Kinder später trocken werden“, sagt Mirbach. Sie selbst musste sich derweil mit allerlei bürokratischen Themen beschäftigen. „Seitdem wir hier mit Computern arbeiten, gibt es viel mehr Aktenordner. Dieser ganze Aufwand heute müsste nicht sein.“

In Zukunft wird sich Anne Wenning damit herumschlagen müssen. Sie arbeitet schon seit 17 Jahren als Erzieherin im Marienkindergarten und tritt nun die Nachfolge als Leiterin an. Ob sie weiß, auf was sie sich einlässt? „Jein“, sagt Mirbach und schaut beinahe so, als hätte sie ein schlechtes Gewissen.