Leiter der Hardensteinschule umwirbt Kreistag

Was wir bereits wissen
Erwin Essmann kämpft für den Standort in Witten-Vormholz. Heute Treffen mit Politikern. Wie die Zukunft für die Gesamtschule aussehen könnte

Witten..  Zu einem „informellen Treffen“ lädt Erwin Essmann, Leiter der Hardenstein-Gesamtschule, heute Vertreter des Kreistages in seine Schule. Diskutiert werden soll über die Zukunft der Schule, deren Verbleib in Vormholz ungewiss ist.

200 Schüler aus Nachbarstädten

„Diese Zusammenkunft mit dem Kreis ist ein Auftrag meiner Schulkonferenz, dem komme ich nach“, sagt Essmann auf Anfrage der WAZ. Man hoffe auf finanzielle Unterstützung vom Kreis. „Wir unterrichten in unserer Schule zurzeit 925 Schüler, 200 kommen aus den Nachbarstädten Hattingen und Sprockhövel“, sagt Essmann. „Da liegt es doch nahe, dass wir vom Kreis zumindest bezuschusst werden.“ Die Stadt Witten habe man über die Zusammenkunft informiert, sie aber nicht dazu eingeladen. „Am Ende können wir ja sowieso nichts über den Kopf der Stadt entscheiden“, sagt Essmann.

Die Diskussion um den Standort der Hardensteinschule in Vormholz ist nicht zuletzt durch die Zahlen, die der Schulentwicklungsplan hinsichtlich der Wittener Schullandschaft zu Tage gefördert hat, in vollem Gange. Das Papier weist darauf hin, dass 20 Prozent der Schüler aus den Nachbarstädten kommen, dass das Hauptgebäude dringend sanierungsbedürftig ist, und dass der Bedarf nach einer Gesamtschule in der Innenstadt groß ist. Ein mögliches Szenario für die Zukunft wäre der Umzug der Schule in die Innenstadt.

Gebäude hat Brandschutzproblem

„Am Ende muss darüber die Politik entscheiden“, sagt Schuldezernent Frank Schweppe, der sich beim Thema Hardensteinschule nicht aus dem Fenster lehnen will. „Aber die Fakten liegen ja klar auf dem Tisch. Das Schulgebäude, wie es ist, hat ein Brandschutzproblem, da muss dringend etwas getan werden. Und es geht dabei nicht um Kleckerbeträge“, so der Erste Beigeordnete. Zurzeit führt die Stadt eine Elternbefragung an Grundschulen durch, welche weiterführenden Schulen sich die Familien für ihre Kinder in Witten wünschen. 3000 Fragebögen sind zu diesem Zweck versendet worden. Es ist die zweite Elternbefragung. Bereits 2013 hatte die Stadt den Elternwillen abgefragt.

Damals hatten sich die Eltern der Grundschüler gegen das mögliche Szenario einer Sekundarschule ausgesprochen. Nur 2,7 % wünschten eine solche Schulform für ihre Kinder, 39,2 % das Gymnasium, 20,1 % eine Gesamtschule.

Alle Möglichkeiten ausloten

Ob es tatsächlich so weit kommen könnte, dass die Hardensteinschule Kreisschule wird, auch darüber wollen die Beteiligten sich heute bei ihrem Treffen unterhalten. „Ich kämpfe dafür, dass die Hardensteinschule an ihrem jetzigen Standort in Vormholz bleiben kann“, sagt Essmann. „Ich muss alle Möglichkeiten ausloten.“