Leidemanns Ansage irritiert Wittener SPD-Stadtverband

Christel Humme
Christel Humme
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Was wir bereits wissen
Verwundert reagiert der Stadtverbandsvorstand auf die Ankündigung von Sonja Leidemann, bei der Bürgermeisterwahl ohne die SPD kandidieren zu wollen.

Witten..  Verwundert reagiert der SPD-Stadtverbandsvorstand auf die Ankündigung von Amtsträgerin Sonja Leidemann, bei der Bürgermeisterwahl am 13. September ohne die SPD, also aus dem Amt heraus, kandidieren zu wollen.

Wie berichtet, entschied Leidemann am Freitag, sich nicht bei der Hauptversammlung der SPD zur Wahl zu stellen – sie steigt aus dem Kandidatenrennen mit dem Ersten Beigeordneten Frank Schweppe aus. Am Sonntag äußerte sich die Stadtverbandsvorsitzende Christel Humme mit wenigen Sätzen, denn sie möchte „nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen“:

Reißleine gezogen

„Wir sind sehr überrascht, dass sich Sonja Leidemann dem demokratischen Verfahren in der SPD nicht mehr stellen möchte und den über 80 Delegierten der Hauptversammlung die Chance genommen wird, sie zum dritten Mal zu nominieren. Dies verwundert umso mehr, weil ihr genau dieses Verfahren zweimal, in 2004 und 2009, zum Bürgermeisteramt verholfen hat.

Ob sie die Reißleine gezogen hat, weil es auf den drei Regionalkonferenzen viel Gegenwind gab, sie ihre Erfolgsaussichten eher gering einschätzt oder sie die Lust verloren hat, um ihr Amt zu kämpfen, das können und wollen wir nicht beurteilen.“ Die Wittener SPD werde am 7. März eine „überzeugende Kandidatur“ für das Bürgermeisteramt nominieren, heißt es weiter.

Es läuft wohl auf Schweppe hinaus

Dies geschieht erst in einem Parteiverfahren mit 80 Delegierten und danach in der vom Kommunalwahlgesetz geforderten Vertreterversammlung mit 35 Kandidaten aus den 17 SPD-Ortsvereinen.

Alles scheint auf Frank Schweppe als SPD-Kandidat hinauszulaufen. Ihn unterstützt auch die Wittener CDU. Anfang Februar schlug der Vorstand den Mitgliedern vor, keinen CDU-Kandidaten aufzustellen, wenn Schweppe von der SPD aufgestellt werden sollte. „So gesehen ist für uns die Lage unverändert“, sagt der Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Oberste-Padberg. Wie hat seine Partei Leidemanns Ankündigung aufgenommen? „Ehrlich, das hat wirklich keinen überrascht.“