Leidemann: Ich bleibe in der SPD

35 Delegierten könne man in diesem Fall die Entscheidung über den SPD-Bürgermeisterkandidaten nicht überlassen, so Sonja Leidemann. Niemand garantiere, dass diese den Willen der SPD-Mitglieder auch tatsächlich wiedergeben. Die Vertreter seien nicht an die Meinung der Ortsvereine gebunden, die sie in die Versammlung am 7. März entsenden. Zudem hätten einige Ortsvereine im Vorfeld abgestimmt, andere nicht.

Von Teilen der SPD-Basis fühlt Leidemann sich weiterhin unterstützt. Über das gestörte Verhältnis zu „Teilen des Stadtverbandsvorstands und der Fraktionsspitze“ spricht sie jetzt offener als zuvor. „Ich hätte mir gewünscht, dass der Parteivorstand mich wenigstens fragt, ob ich kandidieren möchte.“ Stattdessen habe der damalige Vorsitzende Thomas Stotko „vier Namen genannt und meiner war nicht einmal dabei.“

Trotz des Bruchs mit der Wittener Parteispitze will Sonja Leidemann weiter in der SPD bleiben. „Ich bin über 25 Jahre Mitglied und weiß nicht, warum ich das nicht bleiben sollte. Soziale und demokratische Inhalte liegen mir weiter am Herzen.“ Für einen bereits laut gewordenen Ruf nach einem Parteiausschluss gebe es weder einen Grund, noch eine rechtliche Handhabe. Das Organisationsstatut sehe diesen nur für den Fall vor, dass ein SPD-Bürgermeister seine Kandidatur „aus dem Amt“ ankündigt, wenn die Partei bereits einen anderen Kandidaten nominiert hat. Diesem Szenario ist Leidemann nun zuvorgekommen: Sie hat ihre eigenständige Kandidatur erklärt, bevor die SPD einen anderen Kandidaten aufgestellt hat.

Enttäuscht über Gegenkandidaten

„Ich war persönlich schwer enttäuscht, als Herr Schweppe sagte, er werde gegen mich antreten“, sagt sie zum Aufspringen des Ersten Beigeordneten auf das Kandidatenkarussell. „Never change a winning team“, habe doch lange zwischen ihnen beiden gegolten. Im Übrigen widerspricht sie der Darstellung, Schweppe sei zur Kandidatur gedrängt worden. Darum habe sich der Beigeordnete schon selbst aktiv bemüht.

Bei der Wahl am 13. September will sich Leidemann um die Stimmen aller Wittener bewerben. Kontakt zu anderen Parteien und Fraktionen will sie ebenfalls aufnehmen. Wie aber will sie einen Wahlkampf finanzieren? „Den habe ich schon in der Vergangenheit immer selbst bezahlt“, sagt sie. Sie habe dafür Sonderbeiträge an die Partei abgeführt. Auch in den nächsten Wahlkampf werde sie eigene Mittel investieren. Außerdem hätten einige Wittener in Aussicht gestellt, sie und ihr Wahlkampfteam zu unterstützen.