Lehrer zählen Wittener Grundschüler, die zu Fuß kommen

Diese ehemaligen Schüler der Grundschule Leithe an der Bertramstraße in Bochum nahmen schon vor Jahren an dem Projekt "Zu Fuß zur Schule" teil.
Diese ehemaligen Schüler der Grundschule Leithe an der Bertramstraße in Bochum nahmen schon vor Jahren an dem Projekt "Zu Fuß zur Schule" teil.
Foto: Stefan Kuhn
Was wir bereits wissen
Ein Wettbewerb des Kinder- und Jugendparlaments will Eltern darin bestärken, ihre Kinder zu Fuß zur Schule zu schicken. Siegerklassen winken Preise.

„Zu Fuß zur Schule“ nennt das Kinder- und Jugendparlament (Kijupa) einen aktuellen Wettbewerb. Er soll dazu beitragen, dass Kinder selbständiger und sicherer im Straßenverkehr werden.

Deshalb zählen die Klassenlehrer an allen Grundschulen in der Innenstadt ab Montag für elf Tage (bis 19. Juni) die Kinder, die nicht mit dem Auto zur Schule gebracht werden. Die ersten und zweiten sowie dritten und vierten Klassen werden jeweils getrennt gewertet. Als Preise winken den Siegerklassen Gutscheine für die Anschaffung von Pausenspielzeug, Kletteraktionen im Imberg und ein Vormittag im Soccerplace.

Das nähere Umfeld kennenlernen

„Auf dem Schulweg erschließt sich für Kinder ihr näheres Umfeld und sie lernen auch noch, sich selbstständig und sicher im Verkehr zu bewegen“, erklärt der scheidende städtische Kinder- und Jugendbeauftragter Gerd Kinski den Sinn des Wettbewerbs. „Eltern, die ihre Kinder nur mit dem Auto zur Schule fahren, geben ihrem Nachwuchs leider nicht die Chance, diese wichtigen Erfahrungen zu machen.“

Einige Eltern seien einfach zu fürsorglich, heißt es aus Kreisen des Kijupas. „Einige tragen nicht nur die Tasche ihrer Kinder – sie bringen sie auch noch bis in den Klassenraum und ziehen ihnen die Jacke aus. So verhindern sie, dass ihre Kinder Eigenverantwortung entwickeln.“ Die Eltern sollten sich daher besser schon am Schultor von den Kindern verabschieden, meinen die Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments. Mit seinem Wettbewerb möchte das Kijupa Eltern auch zum Nachdenken über ihr Parkverhalten anregen. Wer morgens vor den Schulen in der zweiten oder dritten Reihe parkt, blockiere nicht nur den Verkehr, sondern provoziere mitunter wirklich gefährliche Situationen.