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LEG-Mieter in Witten ärgern sich über hohe Kosten

22.03.2016 | 14:01 Uhr
LEG-Mieter in Witten ärgern sich über hohe Kosten
Beim Mietertreffen im Hotel Specht: Knut Unger (r.), Sprecher des Mietervereins Witten, erläutert die Sachlage.Foto: Theobald

Witten.   Ständig flattern Mietern, die in Wohnungen der LEG leben, Forderungen ins Haus. Mal geht es um Mieterhöhungen, mal um undurchsichtige Betriebskosten.

Die Mieter der LEG sind sauer. Es geht um erneute Mieterhöhungen und einen Streit um die Betriebskostenabrechnung 2014. Immer wieder, so die Betroffenen, flattern ihnen Forderungen ins Haus, die weit über den ortsüblichen Vergleichsmieten liegen. Auf Einladung des Mietervereins trafen sich deshalb jetzt knapp 40 Bürger zum Gespräch.

Sie kamen aus Herbede, Bommern, der Innenstadt und Annen. Einer von ihnen ist Ernst Knuth (60). Er wohnt seit März 2009 in der Rathenaustraße 10. Die Siedlungshäuser wurden nach dem Krieg 1945 erbaut und 2013 von der LEG aufgekauft. Es sind einfache Wohnungen. „Das ist für uns jetzt bereits die zweite Mieterhöhung in dieser Zeit“, ärgert sich Ernst Knuth. Nicht nur, dass die Miete steige – die Mängel blieben trotzdem.“

Erhöhungen gründlich überprüfen

Er soll ab 1. Mai statt wie bisher 5,37 Euro nun 5,90 Euro pro Quadratmeter bezahlen, also fast 30 Euro mehr im Monat. Knuth trifft es doppelt hart. Er ist auf Unterstützung des Jobcenters angewiesen. Die neue Miete würde die sogenannte Angemessenheitsgrenze für Unterkunftskosten überschreiten. „Und die Leute vom Jobcenter fordern ganz schnell, die Kosten zu senken oder umzuziehen. Aber wohin? Es gibt in der Stadt nur wenig preiswerten Wohnraum“, bringt er die Sache auf den Punkt.

Ernst Knuth steht nicht alleine da. Andere Betroffene nicken zustimmend. Der Mieterverein rät dringend dazu, die Mieterhöhung gründlich zu überprüfen. Da es in der Ruhrstadt keinen qualifizierten Mietspiegel mehr gibt, habe die LEG drei Vergleichsmieten aus dem eigenen Bestand herangezogen, den sie zuvor aber überdurchschnittlich teuer vermietet habe.

Mit den Nachbarn sprechen

„Sprecht mit den Nachbarn, vergleicht die Wohnungen, bevor ihr unterschreibt“, rät Knut Unger, Sprecher des Mietervereins. „Sind die Vergleichswohnungen gleichwertig oder besser? Denn wer unterschreibt, kann nicht mehr zurück.“ Im vorliegenden Fall läuft die Frist bis zum 30. April. Mehr als 20 Mietparteien wollen bereits die Erhöhungen ablehnen. Mit Unterstützung des Mietervereins wollen sie sich notfalls gerichtlich wehren. Allerdings sei es ratsam, eine Rechtsschutzversicherung zu haben, beispielsweise beim Mieterverein, so der Sprecher. „Mieterrechtschutz ist wichtig und bedeutet Sicherheit“, betont Unger.

Ein weiteres Problem beschäftigt die Mieter: der Streit um die Betriebskosten. Sie fordern mehr Transparenz, Einsicht in die Belege und Informationen über die Arbeit des Hauswartes, der nie vor Ort sei. Um schlagkräftiger zu sein, wollen sich die LEG-Mieter mit Betroffenen aus anderen Städten vernetzen.

In der Ruhrstadt ist die LEG Immobilien GmbH der größte, private Wohnungsvermieter mit rund 1500 Wohneinheiten. Laut Geschäftsbericht 2015 hat das Unternehmen 218 Millionen Euro Gewinn gemacht – das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahr. „Das Ergebnis geht auf Kosten der Mieter: steigende Mieten und Nebenkosten, schlechter Service und geringe Instandhaltung“, so die Einschätzung des Mietervereins.

Barbara Zabka

Kommentare
23.03.2016
06:41
Das Geschäftsmodell ist ja auch zu verlockend.
von p.s.a | #2

Die CDU hat die LEG mit niedrigen Mieten billig verkauft. Also kann man die Mieten bequem hoch ziehen und falls die Rente der Bewohner nicht reicht...
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2016-03-22 14:01
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