LEG kauft 700 Wohnungen

Von der LEG erworben: Das Haus Breddestrasse 21
Von der LEG erworben: Das Haus Breddestrasse 21
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mieterverein fürchtet Mieterhöhungen und Verschlechterung des Services. Wohnungsbaugesellschaft: „Mietanpassungen gehören zum täglichen Geschäft“

Die LEG Immobilien AG hat in Witten 700 Wohnungen des Konkurrenten Immeo S. E. gekauft. Damit wird sie zum größten Eigentümer privater Wohnungen in Witten – das bestätigt Jens Schönhorst, Sprecher der LEG. Der Mieterverein Witten befürchtet einen verschlechterten Service und Mieterhöhungen in den ehemaligen Werkswohnungsbeständen von Thyssen und Krupp in den Stadtteilen Mitten, Bommern, Annen und Heveney.

Bei dem Wohnungskauf in Witten handelt es sich um Teile eines Portfolios mit 3 500 Wohnungen, das die LEG erworben hat. Immeo-Mieter in Witten und Essen haben in den letzten Tagen Mitteilungen erhalten, wonach ihre Wohnungen zum 1.Juli 2015 von einer „Rheinweg Grundstücksgesellschaft mbH“ in Düsseldorf erworben wurden. „Diese Gesellschaft gehört zukünftig zur LEG-Immobilien-Gruppe“, heißt es in Anschreiben der Immeo. Inzwischen hat ein Teil der Mieter Mitteilungen der LEG erhalten, dass die Miete auf ein neues Konto zu zahlen ist.

„Halten uns an rechtliche Regelungen“

„Das ist keine gute Nachricht für die Mieter dieser Wohnungen“, meint Knut Unger vom Mieterverein. „Die Mieten der LEG liegen in vielen Fällen über denen der Immeo.“ Die LEG sei in Witten berüchtigt dafür, dass sie Mieterhöhungen mit dem Oberwert des Mietspiegels begründet, auch wenn sie damit vor Gericht scheitere. „Außerdem ist die Service-Qualität der LEG in den letzten Jahren schlechter geworden als beim Konkurrenten Immeo“, so Unger.

„Mietanpassungen gehören zum täglichen und notwendigen Geschäft von Immobilieneigentümern, so auch für die LEG“, betont LEG-Sprecher Schönhorst. Und: „Der Rahmen für angemessene Mietanpassungen ergibt sich aus den mietrechtlichen Regelungen. Diese hält die LEG selbstverständlich ein.“

„Schlusslicht bei Reparaturen“

Der Mieterverein befürchtet Verschlechterungen nach dem Eigentumsübergang. „Das haben zum Beispiel Mieter an der Rathenaustraße in Annen hautnah erfahren, deren Wohnungen am im August 2013 von der LEG gekauft wurden“, sagt Unger. Kurze Zeit nach dem Kauf seien den Mietern Mieterhöhungen ins Haus geflattert. „Bei den Instandsetzungen und Reparaturen bildet die LEG ebenfalls ein Schlusslicht.“ Nur knapp sieben Euro pro Quadratmeter und Jahr gebe die LEG dafür im Durchschnitt aus. „Die Konkurrenz gibt für die Unterhaltung ihrer Immobiliensubstanz mindestens ca. zwölf Euro pro Quadratmeter aus.“

„Jedes Jahr geben wir rund 90 Millionen für die Modernisierung unserer Wohnungen aus“, erklärt LEG-Sprecher Schönhorst. „Die durchschnittliche Mietzeit beträgt elf Jahre.“