Lebensnotwendige Operation erstmals in Witten möglich

Der kleine Louis ist das erste Frühchen, das auf der Frühgeborenen-Intensivstation des Marien-Hospitals am Herzen operiert wurde. Normalerweise wurden Kinder mit solchen Problemen in eine Spezialklinik verlegt. Lediglich am Darm sind Frühgeborene im Wittener Perinatalzentrum, das eines der ersten in NRW ist, bislang operiert worden.

Die Schwierigkeit bei Louis: Er hatte ein Problem an einem Gefäß, das sich bei reifen Neugeborenen nach wenigen Stunden oder Tagen von alleine verschließt. Es handelt sich nach Auskunft des Marien-Hospitals dabei um eine Verbindung zwischen der großen Hauptschlagader und der Lungenarterie in unmittelbarer Nähe des Herzens.

Bei den meisten Frühgeborenen unter 750 Gramm, die in den letzten Jahren in Witten versorgt wurden – 2014 waren es 41 extrem Frühgeborene – konnte ein Verschluss dieses Gefäßes durch Medikamente erreicht werden. Oder das Gefäß war so klein, dass man es nicht verschließen musste. „Das funktionierte bei Louis leider nicht“, erklärt Dr. Jan-Claudius Becker, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Marien-Hospital.

787 Gramm wog der Säugling bei der lebensnotwendigen Operation. Dass er alles so gut überstanden hat, bezeichnet der Arzt als „sensationell schnellen Verlauf für ein so unreifes und leichtes Kind“. Heute wiegt Louis 2700 Gramm.