Lebensmittelmarkt auf dem Wittener Schnee heiß ersehnt

Wird von den Anwohnern auf dem Schnee in Witten gut angenommen: die Bäckerei und Konditorei  im ehemaligen Edeka-Gebäude.
Wird von den Anwohnern auf dem Schnee in Witten gut angenommen: die Bäckerei und Konditorei im ehemaligen Edeka-Gebäude.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Für eine Studie wurden Bürger auf dem Schnee interviewt. Eines der Ergebnisse: Einen neuen Lebensmittelmarkt wünschen sich fast alle.

Was wünschen sich Bürger auf dem Schnee? Wie beurteilen sie ihre Versorgung vor Ort? Eines der Themen, mit der sich ein Forschungsprojekt beschäftigt. Anfang des Jahres waren hierfür 110 Bürger auf dem Schnee befragt worden. Ein Ergebnis: 93 Prozent der telefonisch Interviewten gaben an, sie wünschten sich vor Ort vor allem wieder ein Lebensmittelgeschäft.

Die Wohnsituation wurde von den Befragten in der Regel als sehr gut bewertet. Nur drei Prozent gaben an, sie würden eigentlich gerne woanders leben. Die Studie wird erstellt vom Bochumer Unternehmen „Inwis Forschung & Beratung“.

Hiermit betraut sind die Geografin Carolin Krüger und die Raumplanerin Katrin Veltel. Auftraggeber ist die Kooperation kommunaler Wohnungsunternehmen im Ruhrgebiet (siehe Kasten). Beleuchtet wird das Thema Nahversorgung – nicht nur auf dem Schnee, sondern auch in den Quartieren Borsigplatz Dortmund, Hagen-Emst und Isinger Feld in Essen. Krüger: „Denn der Einzelhandel und Versorgungseinrichtungen ziehen sich aus diesen Quartieren zurück.“

Fliegender Händler ist mittwochs unterwegs

Hintergrund der Befragung auf dem Schnee: Im Oktober 2013 schloss dort der Edeka-Markt. 35 Jahre lang gab es hier einen Nahversorger. Ohne dieses Geschäft, so fürchteten Anwohner, werde das „Dreistädteeck Schnee“ – zu dem auch ein Stückchen Dortmund gehört – ein verlassenes Fleckchen Erde. Ein neues Lebensmittelgeschäft gibt es noch nicht. Wann es kommen wird, ist weiter unklar. Die Immobilie gehört der Dortmunder Harpen Immobilien GmbH. Das Unternehmen steht, wie berichtet, in Verhandlungen mit mehreren Interessenten.

Carolin Krüger: „Über 90 Prozent der von uns auf dem Schnee befragten Bürger gaben an, Freizeit, Einkäufe, Kultur, aber etwa auch Friseurbesuche andernorts zu erledigen oder zu erleben.“ Rund 85 Prozent betonten laut Krüger aber, eigentlich kurze Wege für diese Dinge zu schätzen.

Über 44 Prozent der Bewohner sind zwischen 45 und 60 Jahre alt

Friedhelm Specht, Mitinitiator der Bürgerinitiative, die sich für einen neuen Lebensmittelmarkt stark macht: „Wenn wir einen Netto-Markt bekommen sollten, wird vielen Leuten hier die Frischfleisch-Theke fehlen.“ Die Menschen auf dem Schnee freuen sich schon einmal über ihren Wochenmarkt, der seit April immer mittwochs stattfindet und auf dem man unter anderem Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse und Käse kaufen kann. Specht: „Außerdem haben wir uns hier dafür stark gemacht, dass ein fliegender Händler mit einem kleinen Lebensmittel-Sortiment zu uns kommt, der ebenfalls mittwochs durch die Straßen fährt.“

Für Geschäftsleute interessant, die mit dem Gedanken spielen, auf dem Schnee einen Laden zu eröffnen: Über 44 Prozent der Bewohner sind dort zwischen 45 und 60 Jahre alt, etwa die gleiche Anzahl gehört der Generation 65 plus an.