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Lebenshilfe besucht die Lokalredaktion Witten

09.03.2016 | 16:32 Uhr
Lebenshilfe besucht die Lokalredaktion Witten
Schnupperstunde in der Lokalredaktion: die Lebenshilfe-Gruppe mit Redakteurin Annette Kreikenbohm (M.).Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Junge Menschen aus der Lebenshilfe-Werkstatt informierten sich in der Redaktion übers Zeitungmachen – für ihr eigenes Projekt.

Über Besuch hat sich die WAZ-Redaktion an der Bahnhofstraße am Mittwochvormittag (9.3.) gefreut: Junge Menschen der Werkstatt für behinderte Menschen sind von der Dortmunder Straße in die Innenstadt gekommen, um zu sehen, wie wir Zeitung machen. Denn gerade sind sie dabei, zum ersten Mal ein eigenes Exemplar zu produzieren.

„Wie kommt der Text in die Zeitung?“ „Was bedeutet die Abkürzung WAZ?“ „Wie viele Leute arbeiten in der Redaktion?“ Die 15- bis 23-Jährigen, die von Melanie Kablitz, Sina Wernicke, Felix Vom Rath und zwei Praktikanten begleitet werden, haben viele Fragen vorbereitet. Dass die Lokalredaktion eigentlich ein ganz normales Büro mit mehreren Zimmern ist, hatten sich einige so nicht vorgestellt: „Ich dachte, das ist ein riesengroßer Raum, in dem ganz viele Menschen arbeiten“, gesteht beispielsweise Nicole (21), die auch gleich erzählt, dass ihr Vater gerne Zeitung liest.

Mit einer Nachricht fing alles an

Die zehn jungen Leute – die meisten sind ehemalige Kämpenschüler – gehören zum Berufsbildungsbereich der Werkstatt. „Ich hatte die Idee, mit ihnen im Unterricht das Thema Nachricht zu bearbeiten“, erklärt Melanie Kablitz. Denn sie habe die Erfahrung gemacht, dass viele von ihnen sehr stark auf sich und die Familie fixiert seien und oft gar nicht mitkriegen würden, was um sie herum passiert. Als Lebenshilfe-Geschäftsführer Dr. Dieter König von dem Projekt erfuhr, hatte er die Idee: „Da kann man ja gleich eine Zeitung schreiben.“ Gesagt, getan. Jeden Morgen brachte er als Vorbild die WAZ vorbei. Im Januar haben die „Jung-Reporter“ angefangen. Jetzt sind sie gerade mittendrin. Die ersten Texte stehen schon.

Interview mit Geschäftsführer

Rebecca hat zum Beispiel über ein Kunst-Projekt der Werkstatt geschrieben, bei dem man sich ohne Worte ausdrücken kann. Tobias (20) hat den Geschäftsführer interviewt. Auch über die hauseigene Popcorn-Band gibt’s natürlich einen Artikel. Auch einen Namen und ein Logo hat sich die Gruppe schon ausgedacht: „Lies Zeitung“ wird das neue Produkt heißen, das – so das große Ziel – in Zukunft nicht täglich, aber regelmäßig auf der Homepage der Lebenshilfe erscheinen soll. „In leicht verständlicher Sprache können die Beschäftigten der Werkstatt darin mehr über ihre Arbeitsumgebung erfahren“, so Melanie Kablitz.

„Fragen stellen, das macht großen Spaß“, sagt Nicole und findet kaum ein Ende. Etwas ganz Wichtiges fällt ihr zum Schluss noch ein: „Haben Sie schon mal Madonna interviewt?“ Leider nein. Das wäre natürlich der größte Traum der 21-Jährigen. Oder wenigstens mal mit Helene Fischer auf der Bühne zu stehen.

Annette Kreikenbohm

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