Laura und Erik sind das Stockumer Kinderprinzenpaar

Werden am Montag von einer kleinen Bühne vor der katholischen Kirche an der Hörder Straße in Stockum Kamelle werfen: das Kinderprinzenpaar Lauraund Erik. Die beiden besuchen zusammen die zweite Klasse der Harkortschule.Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
Werden am Montag von einer kleinen Bühne vor der katholischen Kirche an der Hörder Straße in Stockum Kamelle werfen: das Kinderprinzenpaar Lauraund Erik. Die beiden besuchen zusammen die zweite Klasse der Harkortschule.Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
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Was wir bereits wissen
Am Rosenmontag ziehen die Stockumer wieder über die Hörder Straße. Laura und Erik, 7, gehören zu den wichtigsten Akteuren: das Kinderprinzenpaar!

Laura und Erik sind verlegen. Karnevalslieder? „Nein, die kennen wir nicht“, sagen die Siebenjährigen. Bei einem Rosenmontagszug waren sie auch noch nie. Das wird dann für sie eine Premiere. Denn Laura und Erik sind das Kinderprinzenpaar der Harkortschule. Zwei der wichtigsten Akteure des größten Rosenmontagszuges in Witten, der im kleinsten Stadtteil Stockum um 13 Uhr an ihrer Schule startet.

Aufgeregt? „Ja, da sind ja ganz viele Leute“, sagt Erik Daum. Und Laura Jaskulski, die mit ihm zusammen in der zweiten Klasse ist, beruhigt: „Jaaa. Aber das sind ja keine Geister.“ Nein, gruselig soll es Rosenmontag nicht werden. „Das soll ein schöner Tag für die beiden und alle anderen Kinder sein, die kommen.“ Das ist Annedore Blank wichtig.

Die Leiterin der offenen Ganztagsschule der Harkortschule ist die Organisatorin des Kinderumzuges. Und der hat sich über die Jahre zu einer karnevalistischen Erfolgsgeschichte entwickelt. „2007 sind wir zum ersten Mal mit Trommlern die Hörder Straße entlang gezogen. Eine kleine Gruppe, mit 30 verkleideten Jungen und Mädchen, die über den Bürgersteig lief.“ Eine Idee des Stockumer Pfarrers Gerwin Rooch, der heute in Brasilien lebt, und die von ihm gegründete Trommlergruppe „Barulheiros“ auch einmal in einen jecken Einsatz schicken wollte.

Runter vom Bürgersteig, rauf auf die Straße

2008 zogen Rosenmontag 200 Menschen über den Bürgersteig der Hörder Straße. „2011 machten über 500 Leute mit.“ 2012 hat Annedore Blank, die es aus Flensburg der Liebe wegen nach Witten verschlug, zum ersten Mal eine Straßensperrung für den Umzug beim Ordnungsamt beantragt. Runter vom Bürgersteig, rauf auf die Hörder Straße.

Im vergangenen Jahr kamen Rosenmontag rund 1200 Menschen, um mitzufeiern. „Nicht wie in Düsseldorf oder Köln nur am Straßenrand, sondern als aktive Zugteilnehmer.“ In Stockum gibt es keine großen Karnevals-, sondern liebevoll geschmückte Bollerwagen. Die Trommlergruppen „Barulheiros“, „Bateras Feras“ und „Ginga“ machen mit, die Dorfschule Heven und die Grundschule Rüdinghausen, auch die Jugendfeuerwehr Stockum. Die Stockumerin Tanja Ansel führt den Zug mit ihrem Traktor an. Im letzten Jahr ging Annedore Blank als Leopard. „Jetzt schwanke ich noch zwischen Teufel und Erdbeere. Das Teufel-Kostüm ist wärmer“, schmunzelt sie. Was die 63-Jährige beim Umzug richtig in Wallung bringen kann, sind Erwachsene, die mit aufgespannten Regenschirmen die Kamelle abfangen, die für die Kinder gedacht sind. „Da gibt es Leute, die treten den Kleinen auf die Finger, um an die Süßigkeiten zu kommen. Unglaublich.“

Nach dem Zug über die Hörder Straße, der an der katholischen Kirche (mit einem Kamelle-Regen für die Kinder) endet, trifft sich, wer will, noch ab 14.30 Uhr auf dem Hof der Harkortschule. Dort gibt’s Waffeln, Würstchen, Getränke. „Keinen Alkohol“, betont Blank. Ihr Mann, gesteht die am 11.11. Geborene, werde sich auf keinen Fall verkleiden. „Der zieht höchstens eine Warnweste an, wenn er die Straßensperrung übernimmt.“