Lachen ist die beste Medizin

Brachte die Studenten zum Lachen: Dr. Eckart von Hirschhausen (vorne rechts) hielt einen unterhaltsamen Vortrag über Humor in der Medizin.
Brachte die Studenten zum Lachen: Dr. Eckart von Hirschhausen (vorne rechts) hielt einen unterhaltsamen Vortrag über Humor in der Medizin.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Dr. Eckart von Hirschhausen erklärt Studenten der Uni Witten/Herdecke die Bedeutung von Humor. Er rät ihnen zu mehr Einfühlungsvermögen.

Witten..  „Unsere Vorfahren sind die Miesepeter, die in der Höhle saßen. Die Juristen der Steinzeit quasi“, sagt Dr. Eckart von Hirschhausen mit betont ernster Stimme. Denn die Menschen, die vor tausenden Jahren glücklich über eine Wiese gesprungen sind, seien von Säbelzahntigern aufgefressen worden.

Da das Glück also nicht automatisch in unserem Gen liege, müssen wir uns anstrengen, findet er. Und seine humorvolle Gruppenbehandlung von mehreren hundert Studenten im Auditorium der Uni Witten/Herdecke funktioniert. Bis zum Ende bleibt kaum ein Mundwinkel unten, Hirschhausens Vortrag zum Thema „Mehr Menschlichkeit in der Medizin“ kommt an.

„Ich sehe nicht nur euch als angehende Ärzte vor mir, sondern vor allem die vielen tausend Patienten, die ihr im Laufe eures Lebens behandeln werdet“, sagt der bekannte Arzt und Comedian. Und fügt hinzu „Humor fördert Kreativität und lindert Schmerz. Vergesst das nicht“. Zuhören und mitlachen können nicht nur Medizinstudenten der Privat-Uni, sondern auch Kommilitonen aus Bochum.

Die Idee, den Moderator zum Vortrag über Humor in der Medizin einzuladen, kam von den Studenten selbst, wie Johanna Werner (24), Organisatorin und Medizinstudentin im siebten Semester, erklärt. Denn oft sei auch Zwischenmenschliches im Medizineralltag gefragt. Während seines Vortrags gibt Hirschhausen eigene berufliche Erfahrungen weiter, ermutigt die jungen angehenden Ärzte, in die Welt zu gehen und so viele medizinische Systeme wie möglich kennenzulernen. „Menschen erkennen, ob sie ein engagiertes Gegenüber haben, oder nicht“, so der sprachgewandte Mediziner.

Der Patient sei nicht Kunde, sondern Leidender. Im Betrieb fehle zwar oft die Zeit, sich intensiver mit kranken Menschen zu beschäftigen, aber Humor sei wichtig. Der Missstand, der letztlich bereits im starren Ablauf des Studiums entstehe, sei es wert, gesellschaftlich diskutiert zu werden. „Die Suizidrate bei Medizinern ist hoch. Bereits Studenten sollten mit sich pfleglicher umgehen und reflektieren. Humor spielt da eine ganz wesentliche Rolle“. Er rät explizit, nicht mit Scheuklappen durch das Studium zu gehen. Eine Leistung sei, dem Patienten erklären zu können, was mit ihm los sei. Auswendig lernen sei dabei nicht alles. Kommunikation und Gefühl im Umgang mit Patienten seien ganz wichtig im Arztberuf. Unverzichtbar dabei auch: Entspannung. Ganz leicht zu entfachen durch herzhaftes Lachen. Das sei die beste Medizin.

„Statistisch gesehen ist jeder Dritte hässlich. Wenn ihr jetzt mal ganz unauffällig zur Seite schaut und die beiden neben euch sehen okay aus und ihr trotzdem lacht, dann habt ihr Humor“, so Hirschhausen. Zur Bestätigung schallt lautes Gelächter aus den Reihen.