Kurzer Weg zur Wittener Innenstadt

Verena Bonomo (29) ist in der Kronenstraße aufgewachsen und findet die zentrale Lage gut. Foto: Thomas Nitsche/Funke-Foto-Service
Verena Bonomo (29) ist in der Kronenstraße aufgewachsen und findet die zentrale Lage gut. Foto: Thomas Nitsche/Funke-Foto-Service
Foto: FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Die Kronenstraße ist das unscheinbare Verbindungsglied zur City. Doch es fehlen Geschäfte und Parkplätze. In der Nachbarschaft leben viele Nationen.

Witten..  Die Kronenstraße ist ein Bindeglied zwischen der Kessel- und der Sprockhöveler Straße. Sie verläuft von Ost nach West und ist mit ihren 668 Metern Länge verhältnismäßig kurz. Sie ist eine recht alte Straße. Ihren Namen verdankt sie dem Hevener Stadtteil Krone. Benannt wurde sie am 13.11.1874.

Typisch für die Kronenstraße war die alte Eisenbahnersiedlung aus dem Jahr 1869. Früher auch bekannt als „Linsenberg“. Die kleinen, markanten Ziegelsteinhäuser auf der Anhöhe wurden abgerissen. Die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte baute hier neue Mehrfamilienhäuser.

Der Siedlungsteil am Anfang der Kronenstraße steht unter Denkmalschutz und wurde aufwändig saniert. Die Genossenschaft vermietet diese barrierefreien Wohnungen an Mitglieder mit erworbener Hirnschädigung.

Zufahrt zum Wittener Weichenwerk

Die einzige Zufahrt zum Weichenwerk Witten/Oberbaustoffe befindet sich heute an der Kronenstraße. Das bedeutet, dass sich häufig dicke Lkw durch die verhältnismäßig enge Straße quetschen. Die alte Lehrwerkstatt wurde im vergangenen Jahr abgebrochen. Im Rahmen eines Kunstprojektes wurde die Eisenbahnunterführung mit dunkelblauer Farbe angestrichen, die mittlerweile sehr verwittert ist. Eine ungenutzte Brachfläche ist das ehemalige Moll-Gelände. Unterm Strich ist die Kronenstraße eine Durchgangsstraße für Fußgänger und Autofahrer.

Hier laufe ich zweimal täglich her, denn das ist mein Schulweg zum Ruhr-Gymnasium. Ich wohne auf der anderen Seite der Sprockhöveler Straße. Der Weg ist nicht sehr attraktiv, aber es ist die kürzeste Verbindung zur City. Eine Viertelstunde, wenn man zügig geht. Der 375er-Bus fährt zwar hier entlang, aber nur zweimal in der Stunde. Zu bestimmten Zeiten herrscht viel Verkehr. Da wird es manchmal ziemlich eng.“
Laura Bosco,
17

Wir wohnen seit mehr als 20 Jahren hier. Und sind eigentlich sehr zufrieden. Damals, als wir herkamen, waren alle Häuser neu gebaut: von der Genossenschaft. Die Nachbarschaft gefällt mir gut. Ein bisschen multi-kulti und bunt gemischt. Wir fühlen uns sehr wohl – trotz Weichenwerk und Sportanlage. Im Clubhaus wird manchmal gefeiert. Da ist es manchmal etwas laut. Aber das ist kein Grund zum Meckern. Nur eines stört mich. Manchmal wird der Müll nicht abgeholt und dann quellen die Tonnen über. Ich finde, das darf eigentlich nicht sein.“
Olga Krause, 64

Oft bin ich hier zu Fuß unterwegs. Da gucke ich nicht immer nach links und rechts. Aber im Laufe der Jahre hat sich hier einiges verändert. Die alten Eisenbahnerhäuser sind verschwunden. Und der Verkehr hat zugenommen. Als Fußgänger frage ich mich oft, warum man die alte Brücke am Moll-Gelände nicht endlich abreisst.“
Paul Leis, 76

Ich wohne gerne hier im Quartier. Stadtnah, aber doch schnell im Wald. Die Hausgemeinschaft ist gut, die Nachbarschaft aber durchwachsen. Da gibt es schon manchmal Meinungsverschiedenheiten. Leider fehlen überall Parkplätze.“
Verena Bonomo, 29