Das aktuelle Wetter Witten 17°C
Ordnungsamt

Kurze Meldewege für Veranstalter

17.01.2013 | 18:33 Uhr
Kurze Meldewege für Veranstalter
Der Auftritt des Schlagerstars Michael Wendler auf der Kirmes in Witten Annen im März 2012Foto: Walter Fischer

Das Ordnungsamt in Witten will es Veranstaltern leichter machen. Das Anmeldeformular für Veranstaltungen wurde gekürzt und es gibt nur noch einen Ansprechpartner.

Der Frühlingsmarkt in Annen im März 2012: Sänger Michael Wendler soll zum Auftakt des Festes rund 1000 Fans anlocken. Das hatte jedenfalls der Veranstalter vermutet, als er das Konzert beim Ordnungsamt anmeldete. Doch am Morgen des Veranstaltungstages wird klar, es könnten auch 5000 Fans anreisen.

Das Ordnungsamt reagiert schnell. Nach einer spontanen Krisensitzung wird das Sicherheitskonzept auf kurzem Dienstweg erweitert und das Konzert findet wenige Stunden später wie geplant statt.

Änderungen in der Gesetzgebung des Landes machen das möglich. Nach der Massenpanik bei Loveparade 2010 wurden viele Vorschriften für Veranstaltungen geprüft und erneuert. Die Städte haben mehr Handlungsspielraum und Witten hat auch direkt die Anmeldung vereinfacht. Dadurch sollen vor allem kleine Vereine und Ehrenamtliche es leichter haben, ihre Feste genehmigen zu lassen.

„Früher musste der Veranstalter bei allen Behörden einzelne Anträge stellen“, sagt Ulrich Oertel, Leiter des Ordnungsamtes. Etwa bei einer Kirmes ging es zur Bauaufsicht, um die fliegenden Bauten anzumelden, zum Verkehrsamt, um Sperrungen zu beantragen, zum ÖPNV wegen der Umleitungen und dann zur Feuerwehr. Viele unübersichtliche Hürden, die es besonders Laien schwer machten. Vereine verzichteten manchmal lieber ganz auf ein Fest.

„Nun hat jeder nur einen Ansprechpartner“, so Tobias Paschkowsky vom Ordnungsamt. Seit einem Jahr gibt ein Veranstalter ein siebenseitiges Anmeldeformular ab und klärt Fragen mit einem Sachbearbeiter. Rund 150 Veranstaltungen vom großen Zeltfestival bis hin zum kleinen öffentlichen Gartenfest wurden so 2012 angemeldet. Das Ordnungsamt leitet alle nötigen Infos an die anderen Behörden weiter. Nach einem Jahr Testphase hat das Formular jetzt seine endgültige Form.

Gefahren besser einschätzen

„Die Veranstalter sind vorsichtiger geworden“, so Oertel. Nach der Loveparade hätten sie realisiert, dass etwas passieren kann. Das bringt den Ordnungsamts-Leiter zur nächsten Erleichterung. Seit August 2012 können die Städte selbst entscheiden, ob von einer Veranstaltung zum Beispiel eine größere Gefahr ausgeht und wie viel Personal nötig ist. Früher war das nur von der Menge der Besucher abhängig. Ein Straßenfest wurde genauso bewertet wie ein Punk-Rock-Konzert. „Jetzt müssen wir keine Debatten mehr führen, weil viel mehr kostspieliges Personal vorgeschrieben ist als nötig.“ Die kleinen Veranstalter würden deshalb wieder häufiger anmelden.

Irmine Skelnik



Kommentare
Aus dem Ressort
Verfahren gegen AVU-Vorstand aus Witten eingestellt
Vorteilsnahme
Eine hohe Geldbuße wurde bereits bezahlt. Die Vorwürfe, einen Fahrer für Privates eingesetzt zu haben, sind nicht vollständig geklärt. Daher wurde das Verfahren gegen den ehemaligen Technischen Vorstand der AVU, Claus Bongers, eingestellt.
Mit Forschergeist vor Kaffeeflecken
Kunstpreisträgerin
Ines Spanier erhält im September den Günter-Drebusch-Preis der Stadt Witten. Die 26-jährige Studentin der Freien Grafik an der Stuttgarter Akademie zeichnet großformatig nach eigenen Fotos. Und sie hofft, bis zur Eröffnung der Ausstellung im Märkischen Museum noch weitere Werke zu vollenden.
Benachteiligte Kitas bekommen mehr Geld
Soziales
Stadt erhält 250 000 Euro mehr Landeszuschüsse pro Jahr. Neun Einrichtungen in Witten profitieren. Auch mehr Geld für Sprachförderung. Betreuungsschlüssel bleibt ein Problem, sagt das Jugendamt
Rund um die Uhr für leidende Tauben im Einsatz
Tiere
Der Verein „Initiative Stadttauben“ kümmert sich um verletzte und hungernde Exemplare in der Innenstadt. Trotz begrenzten Mitteln und häufiger Gegenwehr von Mitbürgern engagieren sie sich weiter
Es geht ums Zockerglück – Wittenerin bei „Deal or no Deal“
TV-Show
Die Wittenerin Tatjana Browatzki-Kircher ist Kandidatin bei der wiederbelebten Sat.1-Show „Deal or no Deal“. Fünf Wochen lang kämpft sie darin um das große Geld. In der ersten Folge kam sie aber (noch) nicht zum Zug. Spannend fand sie es trotzdem – besonders Carpendale.
Umfrage
Landesweit fehlen Plätze in der Nachmittagsbetreuung der Grundschulen. Sind Sie mit dem Ganztagsangebot in Witten zufrieden?

Landesweit fehlen Plätze in der Nachmittagsbetreuung der Grundschulen. Sind Sie mit dem Ganztagsangebot in Witten zufrieden?

 
Fotos und Videos
Rheinscher Esel
Bildgalerie
Witten
Zeltlager am Kemnader See in Herbede
Bildgalerie
Ferienspaß 2014
Trinhallen Tour
Bildgalerie
Witten
Wittener Tafelmusik
Bildgalerie
Witten