Kunst statt Leerstand
30.06.2010 | 16:30 Uhr 2010-06-30T16:30:00+0200
Witten.In Ruhrgebietsstädten sind sie keine Seltenheit: Leer stehende Ladenlokale. Gerne würden sie die Stadtoberen wieder mit Leben füllen, doch dafür brauchen sie Händler, die investieren. In Novum werden die „Löcher“ gefüllt – mit Kunst.
Es wird schon kräftig gewerkelt hinter den Scheiben der früheren Bass-Läden. Passanten schauen neugierig auf die fünf jungen Künstler, die dort Skulpturen aufbauen und Installationen einrichten. Am Freitag um 18 Uhr muss alles fertig sein, denn dann eröffnet die Ausstellung „Butterzeit“ mit Arbeiten von Hubertus Mexner, Fiona Goos, Elisabeth Reichegger, Astrid H. Hammer und Laura Maßmann.
Diesen Namen hat die Schau der Verpflegung zu verdanken, die am Freitag gereicht wird – neben Grilwürstchen und Bier gibt es „Butterkniften“. Ganz gemütlich also. Locker geht es aber auch nach der Eröffnung zu, denn die jungen Künstler zeigen ihre Kunst nicht nur, sie reden auch darüber. In den Öffnungszeiten (montags bis freitags von 14 bis 19.30 Uhr und samstags von 11 bis 19.30 Uhr) ist immer jemand da.
„Wir haben auch viele Schulen eingeladen, die Ausstellung zu besuchen“, sagt Philip Asshauer vom Studio für Kulturdesign „Stellwerk“, das die Schau organisiert hat. „Wann hat man schon mal die Gelegenheit, mit Kunststudenten in Kontakt zu kommen?“ Alle Fünf studieren an der Alanus-Hochschule in Alfter. Witten kennen zwei von ihnen schon bestens – sie sind zur Blote-Vogel-Schule gegangen.
Und jetzt bestücken sie leere Ladenlokale bis zum 9. Juli mit Kunst: Hubertus Mexner (26) zum Beispiel hat Ellipsen aus Pappelstämmen gesägt – erst schwere, dann immer dünnere. Fast wirkt das Holz wie Papier. Doch wenn man sich den rohen Pappelstamm anschaut, den Mexner als Kontrast daneben gestellt hat, wird man schnell eines Besseren belehrt.
Laura Maßmann (23) hat Formen mit Gips ausgegossen, in denen wassergefüllte Luftballons steckten, Elisabeth Reichegger (24) lässt noch eine Raumplastik aus Ton entstehen und Fiona Goos (25) hat Specksteinskulpturen geschaffen, die so gar nicht klassisch sind: Sie hat Handgranten und Pistolen, aber auch Bananen und Computerspiel-Controller geformt. „Kindheit“ ist das Thema von Astrid H. Hammer (26). Bei ihr kann man einen gestrickten Elefanten aus „Benjamin Blümchen“-Kassenttenbändern bewundern, aber auch eine Videoinstallation und Schatzkästchen. Es gibt viel zu entdecken!
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