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Kunst gegen Schmerzen

08.08.2013 | 15:41 Uhr
Kunst gegen Schmerzen
Der Künstler Sung Jun Yi von seinen originellen „Aspirin Flowers“ im Marien-Hospital. Die Schau läuft dort bis zum 4. September.Foto: Thomas Nitsche/WAZ FotoPool

Witten. Dass Aspirin bei akuten Alltagsleiden wie Kopf-, Rücken-, Gelenk- oder Muskelschmerzen angewendet wird, ist allgemein bekannt. Nun hat das Mittel einen neuen Verwendungszweck bekommen – die Kunst.

Bis zum 4. September können die blumigen Kunstwerke und Kreationen des koreanischen Künstlers Sung Jun Yi (35) jetzt auf den Fluren der Kardiologie und Gefäßchirugie im Marien-Hospital betrachtet werden. Titel der Schau: „Aspirin-Flowers“.

Nach drei Jahren Vorbereitungszeit ist dies die Erstausstellung der insgesamt 75 Werke des Künstlers. „Ich bin glücklich, dass nach mehrmaligem Aufschub die Austellung nun doch wie geplant stattfinden kann“, freut sich Sung Jun Yi. Die Schau sei bereits für 2011 geplant gewesen, doch zu dieser Zeit hatte er leider noch nicht genügend Werke angefertigt. Seine Mutter Hi-Soon Han-Mackensen (61) arbeitet seit sechs Jahren im Marien-Hospital und stellte den Kontakt zwischen ihrem Sohn und Joachim Veller (60), Prokurist des Krankenhauses, her. Für den war die Ausstellung schnell beschlossene Sache. „Was passt besser in ein Krankenhaus als eine Kunstausstellung, in der es um Aspirin geht?“, lacht Veller.

Seit 2005, kurz nachdem Sung Jun Yi im Zuge seines Studiums der Malerei für drei Monate nach Deutschland gekommen ist, sammelt der Koreaner Aspirinverpackungen. Drei Jahre benötigte er, bis er genügend beisammen hatte. Doch wie kommt man eigentlich auf die Idee, Aspirinverpackungen zu künstlerischen Zwecken zu verwenden?

„Die quadratische Verpackung gefiel mir und eignete sich hervorragend für künstlerische Zwecke“, erklärt er schlicht. Seine ersten Zeichnungen fertigte Sung Jun Yi mit Bleistift auf Karton an, weswegen sie noch keinerlei Ähnlichkeit mit bunten Blumen aufweisen. „Es war, als würde beim Betrachten meiner Bilder der Heilungseffekt des Medikamentes eintreten“, erinnert er sich. Dieses positive Gefühl veranlasste ihn schließlich dazu, seine weiteren Bilder mit bunten Acrylfarben auf Leinwänden zu malen. Auf die Frage, wie er auf die Idee des Blumenmotivs gekommen ist, antwortet er mit einem Lächeln: „Das Aspirinpulver erinnerte mich an Blütenstaub, der vom Winde verweht wird. So entstanden die farbenfrohen Blumen.“

Luisa Drees

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Witten