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Krolls Worte im Handtaschenformat

28.05.2013 | 06:00 Uhr
Krolls Worte im Handtaschenformat
Pastor Jürgen Ernst Kroll (rechts) stellte sein Buch "Quer denken - geradlinig leben" in seiner Predigt während des Gottesdienstes in der Lutherkirche an der Ardeystraße in Witten vor. Waldemar Mandzel (Mitte) sorgte als Karikaturist für die Bebilderung. Hans Steinacker (links) ist Mitinitiator des Buchs.Foto: Michael Korte

Witten.   Der Pfarrer verkündet das Evangelium nur noch selten in der Kirche. Dafür häufiger in Beratungsgesprächen und seinem Buch „Quer denken“.

Jürgen Kroll, der wortgewandte Pfarrer, beendete der 2011 nach 32 Berufsjahren seine Karriere in der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde an der Ardeystraße. Seitdem arbeitet er als „Personal Coach“, als Lebensberater im Dienste des Glaubens. 52 Gedankenanstöße hat Kroll nun in einem Büchlein veröffentlicht.

Wobei: Als der 63-Jährige kürzlich im Gottesdienst in seiner einstigen Heimat, der Martin-Luther-Kirche, sein Werk vorstellte, fragte sich mancher in der Kirchenbank: Ist das ein Pastor oder Unternehmer? Ist das Predigt oder Marketing? „Das Buch kostet im Handel 8,80 Euro. Ich nehme 10. Für die Differenz gibt es nachher ein exklusives Autogramm von mir“, verkündet Kroll frech und erklärt sich: „Wenn das nicht bibelbasierend bis zum Abwinken wäre, hätte ich es nicht in meine Predigt eingebaut.“ Und: Früher sei er „unternehmerischer Pastor“ gewesen, nun eben „pastoraler Unternehmer“. „Aber im Prinzip mach’ ich das Gleiche.“

In „Quer denken - Geradlinig leben“ sind Texte versammelt, die in den letzten Jahren bereits in unserer Zeitung in der Rubrik „Wort zum Sonntag“ erschienen sind. Ein Buch daraus zu machen, auf diese Idee brachte Kroll eine Dame vom Wittener Stadtmarketing - und die Verbindung zu einem Bekannten: Waldemar Mandzel, langjähriger WAZ-Karikaturist, illustrierte die Texte mit humorvoller Feder.

Der Wattenscheider Waldemar Mandzel und der Wittener Jürgen Kroll lernten sich bei einer Party in - verfolgen wir die Achse des Ws weiter - Wuppertal kennen. Die Texte Krolls „fand ich von Anfang an unheimlich klasse“, meint Mandzel. Allein die Abbildung auf dem Buchcover lässt Kroll-Kenner schmunzeln: Wie dieses Männlein unbeirrt lächelnd alle Mauern durchbricht, das passt.

Warum dieses Buch? „Mein Ziel ist es, eine Million Euro in einer Stiftung zu sammeln“, erklärt. Kroll. 800,16 Euro habe er schon. „Ich bin finanziell versorgt. Und alles, was ich in den nächsten Jahren businessmäßig aufbauen kann, soll in die Stiftung gehen.“

Mit Infozetteln und auf seiner Homepage (www.g3beratung.de) bietet der Pfarrer seine „Überlebensberatung“ an - nach dem „Robin-Hood-Prinzip“. Kunden, wie kürzlich den Energiekonzern RWE, bittet er zur Kasse. Der gerade entlassene und darum verzweifelte Angestellte zahlt nichts.

Auch der Erlös von „Quer denken“ soll in die Stiftung gehen. Das im Kawohl-Verlag, einem Haus für christliche Geschenkartikel, erschienene 128-Seiten-Heftchen hat sich nach seinen Angaben bereits 600 mal verkauft - und wird freundlich rezensiert. Annette Kurschus, Präses der Ev. Kirche von Westfalen, beschreibt es als „echte Ideenbörse“. Die Betrachtung Gerhard Meiers in der Zeitschrift „Arbeit und Besinnung“: „Teilweise provokativ, sehr frisch, lebendig und originell verkündet er in kurzen Sätzen sehr zeit- und lebensnah das Evangelium.“ Jürgen Kroll formuliert es fremd aller Selbstzweifel: „Man merkt es, wenn man sich den Kroll gönnt.“

Susanne Schild

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2013-05-28 06:00
Witten