Krisenhilfe in Haiti ist ein Job für einen ganzen Mann
18.02.2010 | 06:42 Uhr 2010-02-18T06:42:00+0100
Witten. Knapp drei Dutzend Deutsche Rotkreuzler sind unter den etwa 300 Rote-Kreuz-Helfern aus aller Welt im Erdbebengebiet in Haiti im Einsatz - und gleich zwei aus der bundesdeutschen Hilfstruppe kommen aus Witten. Sebastian Krampe ist noch da, Marcus Richter (32) fliegt am Freitag hin.
Das erste Team, das macht den akuten Notfalleinsatz nach der Katastrophe: Chirurgie, erste Infrastruktur erstellen, alles aufbauen, Krankenhaus einrichten. Dann kommen die Erfahrenen zum Zuge, und zu denen gehört der Wittener DRK-Mitarbeiter im Blutspendedienst. Denn Marcus Richter hat eine Ausbildung zum Trinkwasser-Aufbereiter und eine Zusatzausbildung für mobile Kliniken sowie Aufbau und Betrieb von Großaufbereitungsanlagen. Genau so einen brauchen sie jetzt da. Denn nur sauberes Trinkwasser garantiert, dass sich Krankheiten nicht entwickeln und Seuchen sich nicht ausbreiten.
Deshalb hat Marcus Richter von zehn Tagen Bescheid bekommen, dass er für vier bis sechs Wochen nach Haiti soll, um da für gutes Trinkwasser zu sorgen. „Ich hätte das auch ablehnen können, aber das kommt für mich nicht in Frage.” Ebensowenig, wie er zuvor Einsätze im pakistanischen Erdbebengebiet 2006, in Kroatien und zum Jahreswechsel 2008/09 in Simbabwe abgelehnt hat. „Es ist einfach schön, wenn man den Menschen in einem anderen Land helfen kann, und außerdem erfährt man ja auch viel über Land und Leute.”
Doppelzelt statt Wittener Wohnung
Deshalb vertauscht er jetzt seine Wittener Wohnung mit einem Doppelzelt, packt alles, was er für den persönlichen Bedarf braucht, in eine viel zu kleine Kiste, macht sich am Freitag auf eine abenteuerliche Reise, vom Düsseldorf nach Berlin, von Berlin nach Madrid, von Madrid nach Santo Domingo in der Dominikanischen Republik, und von da mit dem Auto ins benachbarte Haiti. Koordiniert wird das Ganze nicht etwa in Berlin - sondern in Genf, mit Unterstützung aus Afghanistan.
Seit 20 Jahren ist er beim Roten Kreuz, und so ein Einsatz, der wirklich den ganzen Mann fordert, der macht ihm Spaß. Seiner Freundin Melanie weniger, denn sie muss jetzt über einen Monat auf ihren Marcus verzichten. An zwei Tagen pro Woche kann er per Satelliten-Telefon eine Mail schicken, ohne Fotos - das ist momentan die einzige Verbindung aus Haiti zur Außenwelt. „Melanie ist natürlich nicht begeistert, dass ich sie jetzt mehrere Wochen allein lasse”, räumt er ein. „Doch sie findet sich damit ab.”
Regenzeit beginnt
Hepatitis, Cholera, Typhus, Meningitis und wer weiß was nicht noch alles, die Impfungen hat Marcus Richter schon. Die Tollwut-Impfung hat er noch frisch dazu bekommen. Zu sehen bekommt er vom Land nicht viel, „aber Sebastian Krampe, den will ich unbedingt mal treffen. falls wir nicht am selben Einsatzort sind.” Ob er aufgeregt ist? „Bis Dienstag habe ich noch ganz normal gearbeitet”, sagt er. Wenigstens den Schnee und den Winter ist er los - in Haiti sind es derzeit 30 bis 35 Grad. Allerdings beginnt jetzt die Regenzeit. „Mit etwas Glück”, schmunzelt er, „schüttet es aber nur jeden zweiten Tag.”
12:57
Hallo zusammen,
ja @ #2, die gibt es - eine ganze Menge sogar:
http://www.drk.de/presse/mediathek/bilder-rotkreuzarbeit-im-ausland.html?no_cache=1&tx_drkmediathek_pi1[themenfilter]=&tx_drkmediathek_pi1[mediatheksuche]=&tx_drkmediathek_pi1[medientyp]=&tx_drkmediathek_pi1[aktion_showgalerie]=87
Der Link führt Sie in die Mediathek des DRK - dort finden Sie Bilder der aktuell in Haiti eingesetzten Delegierten...
...und das sind sicher ganze Frauen @#1!
10:58
Nicht aus Witten, @Dr.Dr., ansonsten bestimmt.
Die Redewendung entstammt übrigens dem Romantitel von Wilhelm Heinrich Riehl Ein ganzer Mann aus dem Jahre 1897. Das dürfte einen doppelt promovierten Akademiker doch eigentlich erfreuen...
08:37
Wenn ich das richtig verstehe, gibt es keine ganzen Frauen, die in Haiti Hilfe leisten!?