Kreis überprüfte über 14 000 Behinderungen

Aktenberge wie diese hat die Kreisverwaltung Ennepe-Ruhr für schwerbehinderte Menschen angelegt.
Aktenberge wie diese hat die Kreisverwaltung Ennepe-Ruhr für schwerbehinderte Menschen angelegt.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Verwaltung im Ennepe-Ruhr-Kreis ermittelt jedes Jahr auf Antrag, ob und wie schwer seine Bürger körperlich oder geistig eingeschränkt sind.

Witten..  Die Verwaltung im Ennepe-Ruhr-Kreis hat im vergangenen Jahr bei 14 047 Bürgern den Grad der Behinderung ermittelt. Das entspricht etwa den Zahlen der vergangenen zwei Jahre, teilt sie mit. 3646 Erstanträge waren es im vorigen Jahr, 5816 Änderungsanträge, 2428 Nachprüfungen, 1864 Widersprüche und 293 Klageverfahren.

Für Anträge würden knapp drei Monate benötigt, heißt es von der Kreisverwaltung. Für vom Amt veranlasste Nachprüfungen sei mit etwa vier Monaten zu rechnen. „Diese sollen Hinweise liefern, ob sich die festgestellten Einschränkungen durch Therapien verbessert haben“, sagt der zuständige Sachgebietsleiter Jürgen Zinn.

Ausweis erst ab 50 Prozent

Einen Schwerbehindertenausweis erhält jeder mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent. Für anerkannte Schwerbehinderungen können Betroffene Nachteilsausgleiche geltend machen. Dazu zählen etwa der besondere Kündigungsschutz, Zusatzurlaub oder Vergünstigungen bei der Einkommenssteuer.

Stimmen die Voraussetzungen, können außerdem Merkzeichen im Ausweis eingetragen werden. Etwa ein „G“ für eine erheblich eingeschränkte Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr und „aG“ für eine außergewöhnliche Gehbehinderung, „Bl“ für Blind und „Gl“ für Gehörlos.

Eine besondere Fahrkarte für Bus und Bahn können Schwerbehinderte kaufen, bei denen mindestens 50 Prozent und das Merkzeichen „G“ festgestellt worden ist. Mit dieser Fahrkarte, die mit dem Ausweis gültig ist, kann man deutschlandweit im Nahverkehr kostenlos mit Bus und Bahn fahren. Sie kostet pro Halbjahr 36 Euro. Alternativ kann der Betroffene jedoch auch seine KfZ-Steuer verringern.

Neuer Ausweis im Scheckkartenformat

Nachdem ab 2007 die Versorgungsämter durch die Landesregierung aufgelöst wurden, ist inzwischen der Kreis der zuständige Ansprechpartner für Bürger, die einen Schwerbehindertenausweis erhalten möchten. Wer eine Behinderung und deren Schwere festgestellt haben möchte, kann sich an die Mitarbeiter des Sachgebietes „Hilfe für Menschen mit Behinderung“ wenden, in Witten gibt es dafür eine Nebenstelle am Schwanenmarkt.

In Nordrhein-Westfalen gibt es alternativ zum grün-roten Schwerbehindertenausweis seit Herbst 2014 eine Scheckkarte. Der alte Papierausweis kann, muss aber nicht umgetauscht werden. Er bleibt gültig, kann weiterhin verlängert werden und verleiht die gleichen Rechte wie der Ausweis im neuen Format. Außerdem gilt für beide Ausweise gleichermaßen: Der Antrag und die Ausstellung sind kostenfrei.