Kraft und Trost im Gebet finden

Es ist immer wieder zu beobachten, dass bei Katastrophen, die unser Begreifen total übersteigen, nicht nur Betroffene, sondern auch Unbeteiligte zutiefst erschrocken reagieren und in ihrer Sprachlosigkeit Zuflucht, Trost und Hilfe bei Gott suchen.

Die Andachten am Unfallort, die Gottesdienste in Haltern, vor allem der in den Medien übertragene bewegende ökumenische Gottesdienst im Kölner Dom zum Gedenken an die in den französischen Alpen abgestürzten Flugzeugpassagiere ist vielen sicherlich noch in besonderer Erinnerung.

Da wurde nicht oberflächlich gepredigt. Da wurde vielmehr Gott mit starken Gebetsworten angerufen, der selber das größte Leid im Leiden und Sterben seines Sohnes Jesus durchlitten hat, der darum auch um alles menschliche Leiden und Sterben weiß. Da wurde darum gebetet, die trauernden Angehörigen nicht allein zu lassen, sondern ihnen weiterhin beizustehen.

Morgen feiern die christlichen Kirchen den Sonntag „Rogate“, auf Deutsch „Betet!“. Jesus Christus ruft im Evangelium des Sonntags (Johannes 16) seinen Jüngern zu: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Damit sagt er seinen Jüngern damals wie uns heute: Was euch auch zufällt, ihr fallt immer in Gottes Hand. Und da seid ihr gut aufgehoben. Mit diesem Trost kann man leben und einmal auch sterben. Darum darf man immer wieder neu im Gebet bitten. Rogate!
Ulrich G. Schneider, Pfarrer i. R.