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Stadtentwicklungsausschuss

Kornmarkt-Entwurf durchgefallen

24.06.2010 | 19:07 Uhr
Kornmarkt-Entwurf durchgefallen
Freiberufliches Dienstleistungszentrum am Konmarkt in Witten. Animation: Frielinghaus Schüren Architekten

Witten. Es wurde gar nicht mehr lange diskutiert und auch das zarte Werben des Stadtbaurats half nichts mehr.

Der Stadtentwicklungsausschuss hat am Donnerstagabend mehrheitlich den von der Verwaltung unterstützten Entwurf für eine Kornmarkt-Bebauung abgelehnt.

Nun soll ein neuer „Kreativworkshop“ her, an dem sich die Bürger abermals beteiligen können. Abermals - das heißt, dass es durchaus schon Bürgerbeteiligung in diesem seit vielen Jahren andauernden Verfahren gegeben hat, wie denn auch Bradtke betonte. Allerdings soll sie künftig nicht so weit gehen, dass die Bürger direkt befragt werden und sozusagen entscheiden, was an dieser „hochemotionalen Stelle“ (Arnulf Rybicki, CDU) in der Innenstadt einmal entstehen soll. Für diese Direktbefragung hatte Rybicki seitens der Union geworben. Man solle nicht den gleichen Fehler wie seinerzeit beim Celestian-Gebäude machen, als die Bürgermeinung ignoriert worden sei, warb Rybicki für den Antrag einer Bürgerbefragung. Und er versprach: „Wir werden uns an dieses Ergebnis halten.“

Zwar beteuerten die anderen Fraktionen, die Bürger an den weiteren Verfahrensschritten beteiligen zu wollen. Dennoch stimmten sie mit Ausnahme der FDP gegen den Unionsantrag. Stattdessen setzten sich am Ende SPD, Bürgerforum und Grüne mit ihren Vorstellungen bzw. Anträgen durch. Sie sehen einen Kreativ-Workshop vor, der einen „Realisierungswettbewerb“ (SPD) bzw. neuen „Ideenwettbewerb“ (Bürgerforum) zur Folge haben könnte. Die Grünen wollen Studenten mit Testentwürfen beteiligen.

Inhaltlich wurde gar nicht mehr groß über den einzigen vorliegenden Entwurf des Architektenbüros Frielinhaus Schüren diskutiert, der ein aufgeständertes freiberufliches Dienstleistungszentrum mit Gastronomie im Erdgeschoss, Innenhof und Praxen oder Büros in den oberen Stockwerken vorsah. Allein die Tatsache, dass nach einem gescheiterten europaweit ausgeschriebenem Wettbewerb und einem anschließenden „freihändigen“ Vergabeverfahren nur ein einziger Bewerber übrig geblieben war, stieß den Parteien sauer auf. „Es kann nicht angehen, nur eine einzige Alternative vorzulegen mit dem Hinweis, irgendeine Bebauung sei besser als gar keine“, meinte Simone Tillmann vom Bürgerforum.

Heinz Hetschold (SPD) sah das bisherige Hauptproblem in einem „ungelösten Zielkonflikt“. An dieser Stelle der Innenstadt pralle mit dem Kornmarkt eine dörfliche Struktur auf eine städtische (Rathausplatz). Hetschold: „Wir dürfen diese Strukturen nicht vermischen.“ Hier gelte es, ein räumliches Gefüge mit Erlebnisqualität zu schaffen.

„Hätten wir uns dem Thema über den Städtebau und nicht über das Wirtschaftliche genähert, hätten wir einen anderen Entwurf bekommen“, sagte Birgit Legel-Wood, die Fraktionschefin der Grünen.

Jürgen Wolf von Linken forderte, der Platz müsse im Besitz der öffentlichen Hand bleiben. Bei einer sozialen und ökologischen Gestaltung müsse es nicht unbedingt eine Bebauung geben.

Jürgen Augstein

Kommentare
14.07.2010
13:14
Kornmarkt-Entwurf durchgefallen
von Peter Paschen | #14

Es sollte auch mal überlegt werden, ob ein
Masterplan für die gesamte Stadt aufgestellt wird! Keine Klein- Klein- Denke, sondern
mit einem...
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2010-06-24 19:07
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