Kontaktpflege ist alles
25.11.2009 | 17:55 Uhr 2009-11-25T17:55:00+0100
Ohne sie ist die Kontaktpflege zwischen Studenten, Ehemaligen und Unternehmen an der Uni Witten/Herdecke nur eine hohle Phrase: Angelika Wulff arbeitet seit diesem Jahr in der Abteilung Campus Relations – bereits zum zweiten mal und wieder als Mutterschaftsvertretung.
Die 45-Jährige ist bis Februar 2010 für die rund 3200 Alumni, also die ehemaligen Studenten der UWH, zuständig. „Besonders wichtig”, sagt Wulff, „ist die Pflege unserer Datenbank”. Ohne die gehe nichts: „Denn ohne Datenbank gibt es keinen Kontakt zu den Ehemaligen.” Und das sind viele: Gerade rattern auf Wulffs Bildschirm hunderte Zeilen in Sekundentempo runter: Telefonnummern, Adressen, E-Mails – alles ist hier erfasst. Bei 1894 ist Schluss.
Von diesen Alumni hat Wulff die Kontaktdaten – und sie bekommen auch regelmäßig von ihr Post. Elektronisch, versteht sich. Darunter sind Infos über den Schmerzkogress oder angesagte Konzerte um die Ecke. „Das Angebot kommt gut an”, sagt die 45-Jährige. Doch der Kontakt zu den Ehemaligen beschränkt sich nicht nur auf E-Mails.
„Auch persönliche Kontakte pflege ich weiter.” Und da seien im Laufe der Zeit einige entstanden: Denn von 2002 bis 2007 hatte Angelika Wulff schon mal als „Alumni-Koordinatorin” an der UWH gearbeitet – damals in der Fakultät für Kulturreflexion. Die einen würden regelmäßig schreiben, „andere stehen auf einmal in der Tür und sagen Hallo.”
Ab und an komme es sogar zu einem Treffen. „2007 habe ich mich mit fünf Alumni getroffen”, erinnert sich die Archäologin. Ziel war keine Kneipe, sondern die Kunstausstellung der Ruhr-Universität. „Da schleife ich die Leute gerne hin”, sagt sie und lächelt – „aber sie machen es gerne”.
Im Moment sei es aber wichtiger, Kontakte zwischen Unternehmen und Studenten zu knüpfen – ebenfalls Aufgabe von Wulff. So hat sie etwa das Projekt „Heiratsmarkt 2009” mit ins Leben gerufen. Bis gestern konnten sich Studenten dabei über Praktika und Traineeprogramme informieren. „Ein enger Austausch mit Unternehmen ist unerlässlich.” Das sei eine Arbeit, die sehr viel Spaß mache – doch das war nicht immer so. Es gab auch Zeiten, die „höllisch” waren, wie sie sagt, in denen ein 22-Stundentag normal war.
Noch 2007 war die 45-Jährige von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz gesprungen: Neben dem Vollzeit-Job als Alumni-Koordinatorin hielt Wulff Vorträge an der UWH, danach ging es schnurstracks nach Essen, wo sie als Lektorin tätig war – und noch ist. Mit dem Teilzeit-Job an der UWH habe der Stress nun nachgelassen – etwas jedenfalls, sagt sie, die Tasche ist schon gepackt: „Jetzt muss ich los. Der Lektoren-Job ruft.”
0mitdiskutieren