Koch soll Prostituierte aus Witten erpresst haben

Foto: WAZ
Hatte ein Mann seine Partnerin – eine Wittener Prostituierte – erpresst? Er steht derzeit vor dem Amtsgericht.

Witten..  Das Milieu, in dem sich ein 29-jähriger Koch und seine Ex-Freundin bewegen, ist schlüpfrig, die Vorwürfe gegen den Mann sind entsprechend pikant: Nachdem es im Sommer 2015 zur Trennung des Paares kam, soll er die Wittener Prostituierte (27) laut Anklage massiv unter Druck gesetzt haben. Sie solle ihm Geld zahlen, sonst könne er ihrem Bruder ein Nacktfoto schicken und verraten, wie sie ihr Geld verdiene.

Der 29-Jährige steht wegen versuchter räuberischer Erpressung und versuchter Nötigung vor dem Wittener Amtsgericht. Laut Anklage hatte er auch mit weiteren Drohungen versucht, den Verdienst der Prostituierten für sich zu vereinnahmen: Er könne ihre Eltern über ihre Arbeit informieren – oder ihr Bein oder Knie brechen. Und ihrer Tochter könne etwas passieren. Mit der Prostituierten war er zusammengekommen, nachdem er sich zeitweise von seiner Ehefrau, mit der er zwei Kinder hat, getrennt hatte.

Frau wollte sich umbringen

Auf der Anklagebank gab sich der Koch betont gelassen: Er habe sich selbst von der 27-Jährigen getrennt, nicht umgekehrt. Dem ehemaligen Mitbetreiber eines „Saunaclubs“ – ein Etablissement, in dem Damen ihre „Dienste“ anbieten – schmeckte nach eigenen Angaben die Arbeit seiner damaligen Freundin nicht mehr: „Ich wollte mich von ihr trennen, weil sie weiter als Prostituierte arbeiten wollte.“ Geld habe er von der Frau nicht gewollt. Einen Selbstmordversuch der Wittenerin erklärte er mit unzufriedenen Kunden, die die 27-Jährige gehabt hätte, sowie Stress mit ihrer Chefin. Dass er den Suizidversuch mit Druck und Drohungen provozierte, bestritt er.

Die Frau erzählte vor Gericht eine ganz andere Geschichte. Sie habe sich von ihrem damaligen Freund unter Druck gesetzt gefühlt. Er habe Geld verlangt und sie bedroht – daraufhin habe sie sich die Pulsadern aufgeritzt. Ihre Chefin bestätigte etliche Anrufe des 29-Jährigen und dessen Drohungen. Zeitweise habe die Frau aus Angst auf der Arbeit, also in dem Wittener Etablissement, übernachtet. „Ich habe immer noch Angst vor ihm“, sagte die 27-Jährige am Mittwoch.

Gericht bringt Stalking ins Spiel

Noch ist unklar, ob und falls ja, wofür der Angeklagte verurteilt wird. Das Gericht brachte auch Stalking ins Spiel. Ob mehr nachzuweisen ist, sollen in zwei Wochen unter anderem Handyauswertungen der Wittenerin zeigen.

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