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Rosenmontag

Kita und Schule feiern drinnen und draußen

08.02.2016 | 18:49 Uhr
Kita und Schule feiern drinnen und draußen
Leon zieht den Bollerwagen mit den Bonbons einfach auf den Hof der Awo-Kita auf dem Schnee.Foto: Fischer

Witten.   Die Awo-Kita auf dem Schnee und die OGS der Harkortschule folgen dem Rat der Feuerwehr , sagen ihre Umzüge ab – und ärgern sich später ein bisschen.

Am Montagmorgen um acht Uhr hatte der Anruf der Feuerwehr Annedore Blank erreicht: „Die haben mir gesagt, ich soll den Umzug in Stockum absagen“, erklärt die Leiterin des Offenen Ganztags an der Harkortschule, die den „Zoch“ organisiert. Sie tat, wie ihr geheißen.

„Damit hat man mir die Entscheidung aus der Hand genommen“, sagt Blank, die am Abend zuvor angesichts der Sturmwarnungen selbst noch hin- und herüberlegt hatte. „Ich wollte eigentlich um halb eins ganz kurzfristig entscheiden, ob der Umzug stattfindet oder nicht.“ Normalerweise wäre der Lindwurm, den im letzten Jahr immerhin 1800 Jecken begleiteten, um 13 Uhr an der Harkortschule gestartet. Doch nun telefonierte sich die OGS-Leiterin am Vormittag die Finger wund, um alle Beteiligten darüber zu informieren, dass der Rosenmontag in Stockum in abgespeckter Form stattfindet: „Wir sind ja flexibel und machen das Beste aus der Situation.“

Sie werfen Kamelle auf dem Hof

Doch als um 13 Uhr die Sonne scheint und die Sturmböen sich in Grenzen halten, sieht sie trotz ihres Marienkäferkostüms nicht gerade glücklich aus. Auch Nadine Clemens, kommissarische Leiterin der Awo-Kita Schnee, ärgert sich am Montag um kurz vor elf – der Mini-Umzug der Kita soll gleich starten – ziemlich. Am Morgen hatte sie nach dem Anruf der Feuerwehr den für die Begleitung des Umzugs notwendigen Polizeiwagen abbestellt. Und nun: blauer Himmel. Kurzerhand verlegt sie deshalb das Kamellewerfen nach draußen auf den Hof.

In Stockum hatte Annedore Blank ebenfalls die schöne Wetterphase um diese Uhrzeit genutzt, ihre OGS-Kinder geschnappt und die bereits im Kirchturm gelagerten Bonbons hinab geworfen. Mittags um eins regnet es dann noch einmal minutenlang Kamelle – und zwar aus dem ersten Stock der Harkortschule auf den Hof. Als es eine halbe Stunde später tatsächlich schüttet und kräftige Windböen die letzten, nicht aufgesammelten Popcorntütchen durch die Luft wirbeln, flüchten alle froh in die Halle.

Sicherheit geht vor

„Das ist zwar schade für die Kinder, aber Sicherheit geht vor“, sagt Nina Sprutacz, die mit ihren Sprösslingen in der Awo-Kita feiert. So sieht das auch Daniela Witthüser in Stockum: „Das ist eine vernünftige Entscheidung“, sagt die Mutter voller Überzeugung zur eher skeptischen Annedore Blank. „So ist keiner einem Risiko ausgesetzt.“ Enttäuscht äußert sich dagegen Familie Lange: „Die Kinder sind schon sehr traurig“, so Mama Stefanie, „eine kleine Runde hätte man wenigstens drehen können“.

All die kleinen Prinzessinnen, Piraten, Polizisten, Tiger und Engel trugen’s letztlich mit Fassung. Denn sowohl in Stockum als auch auf dem Schnee gingen sie mit Tüten voller Süßigkeiten nach Hause. „Und wir hoffen“, so OGS-Leiterin Blank, „dass es nächstes Jahr wieder so schön wird wie 2015“.

Annette Kreikenbohm

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2016-02-08 18:49
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