Kita Erlenschule: Das Aufräumen beginnt

Marko Brylczak (39) begutachtet die Kücheneinrichtung. Nach dem Brand im Kindergarten an der Erlenschule haben die Aufräumarbeiten begonnen.
Marko Brylczak (39) begutachtet die Kücheneinrichtung. Nach dem Brand im Kindergarten an der Erlenschule haben die Aufräumarbeiten begonnen.
Foto: FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Sanierungstechniker prüfen, welches Mobiliar nach dem Brand noch nutzbar ist. Vieles entsorgen sie sofort. Immerhin: Das Gebäude bleibt erhalten.

Witten.. Beißender Gestank liegt in der Luft, setzt sich in alle Poren. Die Innenräume der Kita Erlenschule, in denen in der Nacht zum 27. November ein Feuer tobte, sind total zerstört. Dass die Jacken der Kinder noch an der Garderobe hängen und überall Spielzeug herumliegt, als wäre nichts geschehen, macht die Szenerie umso gruseliger. „Jeder, der hier reinkommt, kriegt erst mal einen Schreck“, sagt Heinz Kerwel. Doch für den Sanierungstechniker und seine Kollegen Marko Brylczak und Yavuz Demir ist das Alltag. Sie haben in der Kita mit dem Aufräumen begonnen.

Zu dritt rücken sie zunächst dem rußverschmierten Inventar zu Leibe. Alles, wirklich alles, ist mit einer dunklen Schicht verklebt, denn die Türen standen überall offen. „Mobiliar, das noch nutzbar ist, nehmen wir mit, reinigen es und unterziehen es einer Ozonbehandlung. Wenn es dann immer noch riecht, kommt es weg“, erklärt Kerwel. Bei Spielzeug und allem, was eine offenporige Oberfläche habe, stelle sich die Frage nicht. Da gelte: sofort weg damit – natürlich ordentlich verpackt und entsprechend entsorgt. „Hier bleibt kein Stein auf dem anderen“, sagt Kerwel bestimmt, „wir haben doch selber alle Kinder“.

Rückbau kostet rund 50 000 Euro

Die Bereiche, die besonders stark betroffen sind – der Sozialraum der Erzieherinnen, in dem der Brand ausbrach, und ein angrenzender Gruppenraum – werden dann quasi in den Rohbauzustand zurückversetzt. „Das ist ‘ne Menge Arbeit“, sagt Kerwel mit Kennerblick. Deshalb auch wird die Waltroper Firma BBS, die von der kleinen Wohnungen bis zur Industriehalle alles von Brand- und Wasserschäden beseitigt, die Zahl der Mitarbeiter aufstocken. Von oben nach unten wird entkernt: Decke, Wände, Böden. Der Putz kommt runter, die Türen raus. „Danach kann man alles vernünftig wieder aufbauen.“ Wie lange das dauert? Kerwel zuckt mit den Schultern. „Das kann man schlecht schätzen.“ Doch einige Monate wird das dauern, prognostiziert die Stadt.

Allein der Rückbau kostet rund 50 000 Euro, teilt Stadtsprecher Helmut Sonder mit. Die gesamte Schadenshöhe stehe noch nicht fest, weil man noch nicht wisse, ob auch Elektro-, Wasser- und Heizungsleitungen betroffen sind. „Aber es dürfte am Ende auf eine sechsstellige Summe hinauslaufen“, so der Sprecher. Positiv sei immerhin, dass das Gebäude der Kita erhalten werden könne.

Um halb drei in jener Donnerstagnacht, als das Unglück geschah, war einer Streifenwagenbesatzung der Wittener Polizei der Feuerschein aufgefallen. Als die Beamten eintrafen schlugen die Flammen bereits meterhoch aus dem vorderen Teil des Gebäudes, das sich schräg gegenüber dem Jobcenter und direkt gegenüber der Erlenschule befindet. Die Kripo entdeckte später bei ihren Ermittlungen Einbruchspuren.

Gerade laufen ein paar Grundschüler an den Absperrgittern vorbei und gucken durch die Fenster der Vorderfront in die dunklen Zimmer. „Da sieht es ja aus wie immer“, wundert sich ein Mädchen. Die dicke Rußschicht bemerkt es nicht.