Kita-Brandstifter muss in die Psychiatrie

Die Kita Erlenschule brannte komplett aus.
Die Kita Erlenschule brannte komplett aus.
Foto: FUNKE Foto Service

Witten..  Die Fünfte Strafkammer des Bochumer Landgerichts hat am Montag entschieden, den Brandstifter der Kita Erlenschule von den Vorwürfen freizusprechen und in eine Psychiatrie einzuweisen.

Das Urteil kommt nicht überraschend. Zuvor hatten zwei Gutachter festgestellt, dass der 26-Jährige zu den Tatzeitpunkten möglicherweise schuldunfähig war und gefährlich für die Allgemeinheit ist.

Durch eine Hirnschädigung sei die „willentliche Steuerung des Angeklagten beeinträchtigt“, begründete die Vorsitzende Richterin in ihrem Urteil. Er sei in Extremsituationen nicht mehr in der Lage, Konsequenzen abzuwägen. Die Brände, so glaubt die Richterin, seien Ergebnis eines „spontanen Impulses“. Eigentlich hätte der Wittener gar kein „objektives Interesse“ gehabt, die Feuer zu legen. Seine Hirnschädigung ist Folge eines schweren Unfalles. Sie ist nur therapierbar, aber nicht heilbar.

Der Wittener hatte eingeräumt, für die Einbrüche in zwei Pizzerien und die Kita im November 2014 verantwortlich gewesen zu sein. Dort hatte er jeweils Geld beziehungsweise Elektrogeräte gestohlen und danach einen Brand gelegt. In den Pizzerien erloschen die Feuer schnell, die Kita brannte komplett ab und musste saniert werden. Schaden: über 730 000 Euro.

Nach einem Einbruch in einen Drogeriemarkt im vergangenen Januar war der bereits mehrfach vorbestrafte 26-Jährige geschnappt worden. Seine DNA brachte den Beweis, dass er der Kita-Brandstifter ist.