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Serie "Meine Gemeinde"

Kindergruppe der Kreuzgemeinde wächst wieder

04.03.2016 | 18:05 Uhr
Kindergruppe der Kreuzgemeinde wächst wieder
Pastor Hinrich Schorling singt mit der Kindergruppe der Kreuzgemeinde.Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Vor ein paar Jahren drohte die Kindergruppe der Kreuzgemeinde einzuschlafen. Bis Mütter die Initiative ergriffen.

Das Schlauchboot vom letzten Krabbelgottesdienst in der Kreuzkirche steht jetzt mitten im Regenbogensaal des Gemeindehauses. „Das durften wir noch nicht abbauen, haben die Kinder gesagt“, schmunzelt Pastor Hinrich Schorling. Gerade trudeln die Kleinen nach und nach mit ihren Mamas ein. Es ist Donnerstagnachmittag und damit Spielstunde für die jüngsten der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde.

Wenn alle da sind, tummeln sich schon mal 15 bis 20 Kinder oben im ersten Stock. Dabei ist es noch nicht lange her, dass die Gruppe beinahe aufgelöst werden musste. „Wir haben jahrelang nur mit zwei bis drei Kindern gearbeitet“, sagt Sabine Fuchs. „Doch plötzlich standen im letzten Sommer ganz viele Maxi Cosis vor der Tür“, freut sich die 50-Jährige, die selbst eingestiegen ist, als ihre Tochter nur wenige Monate alt war. Die gehörte damit zu den Kirchenmäusen (bis fünf Jahre), die Sechs- bis Zehnjährigen heißen hier „Jungschar“.

Basteln oder Pizza backen

Inzwischen ist Merle aber schon sieben Jahre alt. „Ich finde schön, dass hier so viele Kinder sind, aber das Singen macht mir am meisten Spaß“, sagt sie. Immer zu Beginn der Stunde greift Pastor Schorling zur Gitarre. Danach wird gebastelt – an diesem Nachmittag entstehen österliche Fensterbilder. „Letzte Woche haben wir Frühlingspizza gebacken, nächste Woche gehen wir mit den Großen zur Schneewittchen-Aufführung im Saalbau“, zählt Sabine Fuchs ein paar Aktivitäten auf. Die Mütter tauschen sich derweil bei Kaffee und Keksen aus.

Mit ihrem Sohn, der inzwischen 28 ist, kam die Wittenerin damals zur selbstständigen Kreuzgemeinde. „Ich bin aus der Landeskirche ausgetreten. Hier wurde ich herzlich aufgenommen und fühlte mich zuhause“, sagt Sabine Fuchs, die Arzthelferin und Kosmetikerin. Sie gehe nicht jeden Sonntag in die Kirche, aber sie sei ein christlicher Mensch: „Der Glaube hat mir schon oft geholfen im Leben. Er bringt mich zur Ruhe und Besinnung.“

Wie eine Familie

Das wolle sie auch ihren Kindern vermitteln. Doch als Merle klein war, gab es kein entsprechendes Angebot. Deshalb ergriff die Mutter kurzerhand selbst die Initiative. Und ist froh, dass sie durchgehalten hat „Das ist hier wie eine Familie. Wenn einer mal nicht da ist, vermissen die Kinder sich.“

Gerade hat der Pastor die Geschichte von der Hochzeit zu Kana erzählt. Die Größeren hocken in Socken auf dem kuscheligen Teppich oder auf dem riesigen Sofa und lauschen. Die Kleinsten – mit sieben Monaten ist Joshua die jüngste Kirchenmaus – sitzen auf Mamas Schoß. „Wir möchten hier“, sagt Sabine Fuchs, „den Kindern Wurzeln geben.“

Die fünf Säulen der Kreuzgemeinde

Die Kreuzgemeinde Witten am Lutherpark gehört nicht zur evangelischen Landeskirche, sondern zur „Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Sie hat knapp 1000 Mitglieder, von denen sich etwa 130 ehrenamtlich engagieren. „Davon leben wir ganz stark“, sagt Hinrich Schorling, der gemeinsam mit Kollege Burckhard Zühlke die Gemeinde mit eigenem Friedhof an der Königsberger Straße führt.

Fünf Säulen machen das Leben der Gemeinde aus. An erster Stelle, so Schorling, stehe der Gottesdienst – für die ganze Gemeinde, für Jugendliche, für Kinder und am Sonntagnachmittag sogar „für Kirchenferne und Zweifler“. Die zweite Säule bildet die musikalische Arbeit mit Orff- und Flötenkreis, der Jugendband, dem Gospelchor „Kontrapunkt“ und dem Blechbläserkreis. Die offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nimmt eine wichtige Position ein. Außer den Kirchenmäusen und der Jungschar gibt es noch eine Gruppe für Konfirmanden und eine für Jugendliche. „Wir versuchen aber, Angebote für alle Altersgruppen vorzuhalten“, betont der Pastor – auch für junge und ältere Erwachsene sowie Senioren. Die fünfte Säule ist die diakonische Arbeit, also der Besuchsdienst von Laien und Pfarrern in der Gemeinde.

Die Gemeindemitglieder zahlen keine Kirchensteuer, sondern einen freiwilligen monatlichen Beitrag zur Erhaltung der Gebäude und des Friedhofs sowie für alle Aktivitäten und nicht zuletzt die Gehälter der Pastoren. kreuzgemeinde-witten.de

Annette Kreikenbohm

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Kindergruppe der Kreuzgemeinde wächst wieder
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2016-03-04 18:05
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